Fan-Ausschreitungen von

Der Wahnsinn passiert nicht zufällig

Wer Pyrotechnik von Wien nach Thessaloniki schleppt, der hat damit was vor

Fan-Ausschreitungen - Der Wahnsinn passiert nicht zufällig © Bild: GEPA/Intime

Wer Leuchtstifte und sonstige die Strafe ist zu hoch, die anderen waren ja auch böse und so weiter.

Den angeblich größeren Teil der Fans hört und sieht man aber nie gegen die vermeintliche Minderheit protestieren. Die Strafen sind sogar noch viel zu niedrig – für die Stadionrandalierer scheinen im Vergleich zum Normalbürger eher pauschal mildernde Umstände zu gelten. Dabei müssten die Strafen so weh tun, dass die Vereine gar nicht anders können, als durchzugreifen. Und die Ausrede mit "den Anderen" funktioniert normalerweise schon im Kindergarten nicht mehr.

Natürlich ist das kein exklusives Problem Rapids oder Österreichs. Die Vereine sind da wie dort aber selbst schuld. Dem Anhang wird ein Status eingeräumt, der jeder Grundlage entbehrt. Die Kicker müssen sogar zum Fan-Rapport antreten, wenn wieder einmal ein Bus blockiert wird. Dabei erfüllt dieser Teil des Anhangs der Vereine in erster Linie einen Selbstzweck. Lärm machen die unorganisierten Sitzplatzzuschauer auch.

Der Normal-Fan wird in Geiselhaft genommen – Widerspruch duldet der streng hierarchisch organisierte Fanblock nämlich keinen. Die Option, das Fan-Sein anders zu interpretieren, existiert in dieser Ideologie nicht. Vielleicht sollten die Vereine einfach einmal zu rechnen beginnen: Lässt ein Vater samt Kindern mehr Geld im Stadion, oder ein "Fan" am billigsten Platz, der regelmäßig horrende Strafen verursacht?

Keine Auswärtsfans mehr
Ein erster Schritt wäre es, keine Tickets mehr an Auswärtsfans zu verkaufen. Ein zweiter, nur mehr personalisierte Karten abzugeben. Ein dritter, endlich mal ohne volle "Vereins-Hosen" aufzuräumen. Ich bin mir sicher, dass eine ganz neue Kundenschicht auftauchen würde.

Es ist kein Menschenrecht, sich am Fußballplatz wie ein Idiot aufzuführen. Der schöne Sport hat besseres verdient. Außerdem: Die Damen und Herren in Uniform, die Woche für Woche mit hunderten Kollegen in und um den Stadien Fan-Kindermädchen spielen müssen, hätten auch wichtigere Einsätze zu absolvieren.

Kommentare

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Randale vs. Fankultur Ich hoffe dieser Artikel ist nur eine überhastete Reaktion auf die jüngsten Vorkommnisse und ein Versuch Leser anzulocken, ansonsten lässt dieser Artikel jede Kompetenz und Emotion eines Sportjournalisten vermissen. Selbstverständlich ist es an der Zeit diese Chaoten aus unseren Stadien zu verbannen und etwaige Randalierer endlich angemessen zu bestrafen, doch dieses Bashing gegen die Stehplatzkultur ist einfach unangemessen. Wenn man die treuesten Fans aus dem Stadion verbannt wird es bald keine Heimspiele mehr geben. Wir können das am Beispiel von RBS feststellen, die seit der Übernahme und dem anfänglichen Hype mit jährlich sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen haben. weniger Erfolg --> weniger Zuschauer

Patrick.Fischer melden

Re: Randale vs. Fankultur Es tut mir leid, wenn Sie das als Bashing gegen die Stehplatzkultur verstanden haben. Dieser Teil der Fußballwelt hat seine positiven Seiten und seine Berechtigung. Aber die Selbstreinigungskraft der Szene hat versagt. Da sind nicht zuletzt die Vereine gefordert, allen anderen einen schönen und spannenden Stadionbesuch zu ermöglichen. Positiver Support ist sicher ein toller Teil dieses Erlebnisses, den ich auch schätze. Aber die Auswüchse, die wir alle mit einer traurigen Regelmäßigkeit sehen, sind mit nichts zu erklären und gehören abgestellt. Damit würde sich übrigens auch das Ansehen der organisierten Fanszene deutlich bessern. Weil nur weil ein Fan treu ist, heißt das nicht, dass er machen kann, was er will.

MFG
Patrick Fischer
NEWS.AT-Sportredaktion

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Rapid!!!! Was aber auffallt ist dass wenn es solche Ausschreitungen gibt irgendwie immer die Rapidler involviert sind! Der Verein muss durchgreifen und das nicht nur mit lächerlichen Geldstrafen oder Stadionverbot....

huginator melden

Re: Rapid!!!! das würd ich so gar nicht sagen. es gab auch jahre, da waren die rapidler ruhig und dafür die austria, sturm, gak oder irgendwer ist ausgerastet. das problem haben fast alle. aktuell wars halt rapid.

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mehr noch... "Vielleicht sollten die Vereine einfach einmal zu rechnen beginnen: Lässt ein Vater samt Kindern mehr Geld im Stadion, oder ein "Fan" am billigsten Platz, der regelmäßig horrende Strafen verursacht? "

mehr noch.... diese "Krawallfans" auf den billigsten Plätzen sind dafür verantwortlich, daß viele Eltern mit Ihrern Kindern erst gar nicht (mehr) ins Stadion kommen.

günza melden

Re: mehr noch... genau so ist es. Ich bin Vater von zwei Söhnen und würde gerne zu einem Fussballspiel mit meinen Kindern gehen. Ich kann das aber nicht, da ich zuviel Angst habe, dass meinen Kinder etwas passieren könnte.

heinz49 melden

WAHNSINNIGE FANS Der Beitrag ist vollkommen richtig, die Vereine habne die Verantwortung, sie sind auch moralisch verpflichtet die "normalen" Besucher zu schützen.
Aber leider gibt es gewisse Dinge in unserer Gesellschaft, deren Ahndung nicht wichtig ist, wie zB auch Computerkriminalität (es ist schwirig die Urheber zu verfolgen, lächerlich)
randalierende Fans gehören im erstenschritt 1 Jahr ausgesperrt, im wiederholungsfall lebenslänglich

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Re: WAHNSINNIGE FANS "Die Option, das Fan-Sein anders zu interpretieren, existiert in dieser Ideologie nicht. "

wahre worte!!!

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