Familientragödie überschattet Karriere-Planung: Bode Millers Cousin wurde getötet!

Cousin tötete Polizist und wurde selbst erschossen Weltcupteilnahme des Stars nach Alleingang ungewiss

Die Zukunft von Bode Miller im alpinen Ski-Weltcup bleibt ungewiss, doch zunächst muss der vierfache Weltmeister mit einer Familientragödie fertig werden. Ein Cousin des 30-Jährigen wurde am vergangenen Wochenende in Millers Heimatstadt Franconia im US-Bundesstaat New Hampshire erschossen. Der Sohn von Millers Onkel hatte bei einer Fahrzeugkontrolle einen Polizisten mit vier Schüssen niedergestreckt und anschließend überfahren. Ein Passant, der das Geschehen beobachtet hatte, erschoss den 24-Jährigen daraufhin mit der Dienstwaffe des Polizisten, der seit Jahren mit Millers Cousin Auseinandersetzungen gehabt haben soll.

Die Tragödie ereignete sich am gleichen Wochenende, an dem Miller die Entscheidung bekannt gegeben hatte, sich vom US-Team zu trennen und auf eigene Faust zu trainieren. Ob der eigenwillige Miller weiter für den amerikanischen Skiverband oder ein anderes Land starten wird, ist offen. Allerdings würde ihn der US-Verband trotz anhaltender Querelen weiterhin antreten lassen. "Wir vermuten, dass er weiterhin im Weltcup fährt, und das kann er dann auch für die USA tun", sagte ein Verbandssprecher.

Ein Nationenwechsel könnte zudem durch ein noch zu beschließendes neues Reglement des Internationalen Skiverband FIS erschwert werden. Die FIS will den Wechsel der Nationalität nur noch erlauben, wenn sich der Lebensmittelpunkt des Athleten im neuen Land befindet.

Der Entschluss, eigene Wege abseits des US-Teams zu gehen, war logische Konsequenz jahrelanger Querelen. Nach Kritik an der FIS, wiederholten Gedanken über eine eigene Rennserie sowie missverständlichen Äußerungen über Doping und Alkohol hatte der US-Verband Miller Privilegien gestrichen und ihm verboten, vor Weltcuprennen in seinem eigenen Wohnwagen zu übernachten.

Bei den Olympischen Winterspielen Spielen 2006 in Turin war Miller als großer Favorit ohne Medaillen geblieben und mehr auf Partys als auf der Piste aufgefallen. "Der Vorzeigeskifahrer sein zu müssen, war schrecklich. Deswegen war auch mein Verhalten so schlimm", sagte er. Im vergangenen Winter gewann Miller vier Weltcuprennen und holte den Super-G-Weltcup, vergab aber durch zu viele Ausfälle seinen zweiten Sieg im Gesamtweltcup. Ende März trat er bei den US-Meisterschaften zu einem zweiten Lauf wegen Sicherheitsbedenken nicht mehr an.

(apa/red)