'Familiensplitting immer frauenfeindlich': Ex-Minister Lacina im FORMAT-Interview

Über die reale Flat Tax und neue Kapitalsteuern

'Familiensplitting immer frauenfeindlich': Ex-Minister Lacina im FORMAT-Interview © Bild: APA

Der Exfinanzminister über die reale Flat Tax, neue Kapitalsteuern und das Frauenfeindliche am Familiensplitting.

Format: Herr Lacina, Sie haben als Finanzminister den Spitzensteuersatz gesenkt. Sehen Sie sich als Vorreiter der jetzigen Diskussion?

Lacina: Nein. Wir haben die Senkung von 62 auf 50 Prozent finanziert, indem wir Ausnahmen gestrichen haben. Viele Besserverdiener haben danach mehr Steuern gezahlt, weil sie Schlupflöcher nicht mehr nutzen konnten.

Format: Sie haben mit Stiftungen aber auch ein Schlupfloch geschaffen - und die Vermögenssteuer abgeschafft.

Lacina: Damals ist immer mehr Vermögen in Steueroasen abgewandert. Wir wollten dieses Geld wieder nach Österreich holen. Außerdem haben wir einer Steuerpflicht, der sich de facto alle entzogen haben, zum Durchbruch verholfen: der Besteuerung von Kapitaleinkünften, und zwar mit der KESt.

Format: Würden Sie heute Vermögenssteuern wieder einführen?

Lacina: Das wäre nicht zielführend - ein großer Teil des Vermögens ist Grund und Boden, da fehlt der politische Wille. Also wären vor allem kapitalintensive Unternehmen betroffen. Ich bin aber für eine Capital Gains Tax bei der Realisierung des Gewinns aus Aktien, aber auch Immobilien.

Format: Wie hoch sollte die sein?

Lacina: Etwa 25 Prozent.

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