Familienrecht von

Diskussion um Verschuldensprinzip bei Scheidungen

Familienrichter fordern eine Überarbeitung des Eherechts. Brandstetter prüft Vorschläge.

Scheidung © Bild: Thinkstock

Die Familienrichter sprechen sich für eine Abschaffung des Verschuldensprinzips bei Ehe-Scheidungen aus und fordern eine Überarbeitung des Eherechts, berichteten die "Presse" und "Ö1". Künftig sollen anstelle der Verschuldensfrage objektive Kriterien die Höhe des Unterhalts bestimmen.

Wie viel Unterhalt jemand erhält, hängt derzeit davon ab, wer schuld ist am Ehe-Aus. Das Verschuldensprinzip wurde etwa in Deutschland oder der Schweiz längst abgeschafft. "Österreich hinkt hier nach", stellte Assistenzprofessorin Barbara Beclin gegenüber dem ORF-Radio am Donnerstag fest. Das von ihr ausgearbeitete Unterhaltsmodell sieht objektive Kriterien wie etwa die Dauer der Ehe oder die Rollenverteilung der Partner vor. Das Verschulden spielt dabei keine Rolle mehr.

Die Familienrichter tagen heute und am Freitag in Salzburg. Sie fordern von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) ein neues Eherecht.