"Familien sind heute kaputter als früher": Erschreckende Diagnose des Jugendamtes

Immer weniger Kinder können zurück zu ihren Eltern Intensität von Gewalt ist viel größer geworden

Etwa 1.000 Kinder kommen jedes Jahr in ein Wiener Kriseninterventionszentrum, um vor ihren Eltern geschützt zu werden. Die Zahl der Aufnahmen halte sich seit Jahren ungefähr stabil, zugenommen hat aber der Anteil jener Kinder, "die wir nicht mehr nach Hause zurückgeben können", sagte Gabriele Ziering vom Wiener Jugendamt im APA-Gespräch. "Die Familien heute sind kaputter als früher", so Ziering.

"In den letzten eineinhalb Jahren haben wir weniger Kinder wieder zurück in die Familie geben können", berichtete die Amtsrätin. "Wir bemerken, dass die Intensität von Gewalt viel größer geworden ist" und dass der finanzielle Druck durch die Wirtschaftskrise zugenommen hat. "Es gibt Menschen, die nicht wissen, wovon sie leben sollen." Trennungen, Jobverlust und teure Wohnungspreise würden vielen Familien zusetzen.

3.000 Kinder leben nicht bei Eltern
Insgesamt leben derzeit in Wien 3.000 Kinder nicht bei ihren Eltern. Sie sind in Wohngemeinschaften, bei Pflegeeltern oder für die Zeit eines Abklärungsverfahrens in einem Kriseninterventionszentrum der Stadt untergebracht. "Vor vier Jahren waren es etwa 2.500, die fremduntergebracht wurden", sagte die Amtsrätin.

Psychische Erkrankungen zugenommen
Was das Jugendamt aktuell zu spüren bekommt: "Die psychischen Erkrankungen in Familien haben zugenommen", so Ziering. Davon betroffen seien häufig alleinerziehende Mütter. Für die Kinder entstehen daraus oft unzumutbare Situationen.

Fälle häufig "sehr extrem"
Erstmals leicht zurückgegangen ist 2009 die Zahl der Gefährdungsmeldungen beim Jugendamt mit 10.451. Was allerdings auffalle, sei, dass die Fälle "häufig sehr extrem werden". "Wir führen das auf überforderte Eltern zurück, die immer weniger Zeit haben", erklärte Ziering. 54 Prozent der Abklärungen haben sich im Jahr 2009 auf Vernachlässigung von Kindern bezogen, 29 Prozent auf psychische Gewalt, 15 Prozent auf physische Gewalt und in zwei Prozent der Fälle bestand der Verdacht auf sexuellen Missbrauch.

(apa/red)

Kommentare

@michl 1200 Wenn bei Euren Enkeln alles geklappt hat, dann ist es ja
in Ordnung. Die hätten warscheinlich nie zu Euch gesagt, das geht Euch einen Scheiß an und wenn, dann hättet Ihr Ihnen erklärt, warum man so nicht redet! Diese Zeit, Kindern etwas im Guten zu erklären, Ihnen zu vermitteln, daß man sie liebt, daß man sie ernst nimmt, die Zeit nimmt sich leider niemand mehr,oder nur sehr wenige.
Das Resultat kennen wir ja!

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Meiner Meinung nach... ist es die momentane finanzielle Situation. Man kann es sicht nicht mehr leisten pünktlich von der Arbeit aus nach Hause zu gehen, muss immer Überstunden machen damit die Familie irgendwie durchkommt. Meist müssen beide Elternteile arbeiten damit man über die Runden kommt.
Früher hat oft der Mann verdient und die Frau war bei den Kindern (auch meine Mama). Da bekommt man natürlich viel Liebe und Geborgenheit. Aber heutzutage heißt es nur mehr arbeiten arbeiten arbeiten...
Ist klar, dass dann das Familienleben zu kurz kommt. Die Eltern kommen Heim, sind erledigt von der Arbeit und brauchen ihre Ruhe. Die Kinder bekommen dann ein neues Computerspiel usw. nur damit sie beschäftigt sind. Traurig aber wahr!

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Re: Meiner Meinung nach... hat es mit der finanziellen Situation nicht immer was zu tun. Meine Eltern hatten 1000EUR für 4 Personen zu Verfügung und wir hatten trotzdem immer ein warmes Essen und ordentliche Kleidung. Ich hab die Kleidung von meiner Schwester getragen und es gab nicht jedes Jahr einen Urlaub. Wenn ich Kinder haben möchte, muss ich mir darüber im Klaren sein, daß nicht mehr alles so geht wie ohne Kinder. Das vergessen die meisten Eltern.

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Re: Meiner Meinung nach... Da muss ich aber energisch widersprechen. Unsere Eltern waren sicherlich mehr gestresst als es geheissen hat: Österreich muss neu aufgebaut werden. Allen Gestressten möchte ich mitteilen, dass damals eine 48 Stunden Woche Gang und Gebe waren, und TROTZDEM hatten meine Eltern für mich jederzeit ZEIT, ohne dass ich den Eindruck gehabt hätte sie zu stressen.

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Traurig aber leider die Wirklichkeit. Jeder will mindestens einmal im Jahr in Urlaub fliegen, einen Plasmafernseher und PC sowie 3 Handies usw. besitzen und wundert sich, dass er für die Familie keine Zeit mehr hat, weil das ganze ja irgendwie finanziert werden muss. Die Kinder sind immer die Opfer, da sie leicht als lästig vor den Fernseher gesetzt werden und sich die ach so überforderten Eltern nicht mehr darum kümmern wollen. Die Eltern von heute sind zu gierig und egoistisch. Es ist erschreckend, wie viele Mütter ihre Kinder überall hin zerren, wo sie gerade sein wollen. Oder die Kinder werden alleine gelassen und es kümmert sich niemand um sie. Früher gab es Oma u. Opa dafür. Wo sind die heute??

Maika melden

Re: Traurig Ich kann diese Meinung von musicwoman zu 100 % unterstreichen!

Eltern können oder wollen auf nichts verzichten. Oder: Eltern leben an der Armutsgrenze und sind daher dauergenervt, oder, Mutter oder Vater sind Alleinerziehend, oder, Beziehung ist am Nullpunkt.......

Zur Frage wo Oma und Opa heute sind ??!!
Die müssen sich selbst verwirklichen und alle Angebote
die 50+ oder 60+ ansprechen, ausprobieren.
Zitate:" Ich lasse mich von meinen Kindern nicht ausnutzen und dauernd als Babysitter einspannen, ich habe ja auch ein Leben und das will ich in der Pension genießen! Ich möchte reisen und mir was anschauen, ich möchte mit meinem Partner was unternehmen, ich möchte meine Ruhe haben....."
man hört immer nur ich, ich, ich, ich.................
da liegt das große Problem !!

Gelberdrache
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Re: Traurig Oma und Opa sind schon da,wir haben drei Enkel und es hat alles geklappt.Aber sage heute man Deinen Enkel,das darfst Du nicht machen-da solltest aber die Enkel mal hören,wie das geht Dir einen scheiss an ist noch das leichteste.frühe gab es eine kleine Dachtel,heute wirst angezeigt,wenn das machst.Ja,die Kinder haben alle freiheiten.Und ehrlich,da würde ich mich nicht mehr hinstellen und mich von den Enkeln beschimpfen lassen.

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