Famagusta sensationell in der Champions League: FC Liverpool zittert sich weiter

Engländer schlagen Lüttich erst in der Verlängerung Atletico und Arsenal nach 4:0-Siegen in Eliteklasse

Famagusta sensationell in der Champions League: FC Liverpool zittert sich weiter

Tausende Zyprioten haben den erstmaligen Einzug eines Clubs von der Mittelmeerinsel in die Gruppenphase der prestigeträchtigen Fußball-Champions-League gefeiert. Nach einem 3:0 im Hinspiel konnte Meister Anorthosis Famagusta im Duell mit dem griechischen Titelträger Olympiakos Piräus auch eine 0:1 Niederlage in Athen verkraften. Der Bezwinger von Rapid in der 2. Quali-Runde ließ sich dabei auch von Störversuchen der Olympiakos-Fans nicht aus der Ruhe bringen.

"Es ist ein historischer Moment für den Fußball Zyperns", sagte Famagustas georgischer Trainer Timur Ketsbaja. "Ein kleines Team aus einem kleinen Land steht in der Champions League. Soweit es mich angeht, haben diese Burschen bereits gewonnen." Olympiakos gelang es vor 32.000 Zuschauern im Karaiskakis-Stadion bis auf einen Treffer von Belluschi (54.) nicht, die zypriotische Defensive zu knacken. Auch Rapid war nach einem 0:3 auf der Insel mit einem 3:1 im Hanappi-Stadion gescheitert.

Das zypriotische Fernsehen (RIK) zeigte nach dem Spiel tausende jubelnde Fans auf den Straßen der wichtigsten Städte der Insel, die mit Auto-Korsos und Feuerwerken den Prestigesieg feierten. "Es ist der schönste Moment meines Lebens. Es ist der größte Moment des zypriotischen Fußballs", schrien die Anhänger, die dem Team auch bei der Ankunft in Larnaka am Donnerstag einen gebührenden Empfang bereiteten.

Die griechischen Fans hatten im Vorfeld der Partie mit allen unerlaubten Mitteln für den Aufstieg ihrer Mannschaft gekämpft. Am Vorabend des Spieles war der Mannschaftsbus der Gäste mit Rauchbomben eingenebelt worden, vor dem Spiel wurde einen Zug mit Anorthosis-Fans angegriffen. Die Polizei musste Tränengas und Schlagstöcke einsetzen, um die Randalierer auseinander zu treiben.

Liverpool mit Zittern weiter
Den Einzug in die europäische Eliteliga fixierte auch der fünffache Meistercup- und Champions-League-Titelträger Liverpool, der gegen Standard Lüttich aber lange Zeit zittern musste. Nach einem torlosen Remis in Belgien bewahrte der spanische Torhüter Pepe Reina, der bereits im Hinspiel einen Elfmeter pariert hatte, die "Reds" an der Anfield Road vor dem Aus. Dirk Kuyt fixierte in seinem 100. Spiel für Liverpool in der 118. Minute schließlich den schmeichelhaften Aufstieg.

"Es war keine gute Leistung von uns, aber wir wussten, dass wir jederzeit zuschlagen können", meinte der niederländische Teamstürmer. Verzichten müssen wird der englische Rekordmeister in den kommenden zwei Wochen aber auf Kapitän Steven Gerrard, der sich einer Leistenoperation unterzieht. Der Mittelfeldstar steht damit auch nicht für die Auftaktspiele von Englands Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Andorra und Kroatien zur Verfügung.

Auf den Boden der Realität zurückgeworfen wurde hingegen Schalke 04: Agüero (19.), Forlan (51.), Garcia (82.) und Rodriguez (87./Foulelfmeter) machten den 0:1-Rückstand Atleticos aus dem ersten Spiel mehr als wett und brachten damit ihren Club erstmals seit zwölf Jahren in die Champions League.

Austro-Klubs out
Das österreichische Kontingent in der Champions League vergrößerte sich am Mittwoch wie erwartet nicht. Spartak Moskau scheiterte ohne den nicht im Kader aufscheinenden Martin Stranzl gegen Dynamo Kiew deutlich mit einem Gesamtscore von 2:8, Twente Enschede war ohne den verletzten Marko Arnautovic in London gegen Arsenal (0:4) ohne Chance. Mit Sebastian Prödl, Martin Harnik (beide Werder), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos) und Alexander Manninger (Juventus) sind in der Champions-League-Gruppenphase damit vier Österreicher am Start.

(apa/red)