"Falscher Weg": US-Präsident Bush lehnt beschleunigten Rückzug aus dem Irak ab

"Nicht im Nahen Osten terroristischen Staat gründen" Rekordzahl von Bombenanschläge auf US-Soldaten

"Wenn wir abzögen, bevor wir unseren Auftrag erfüllt haben, hieße, im Herzen des Nahen Ostens einen terroristischen Staat zu begründen", fügte er bei einem Parteitreffen im Bundesstaat Pennsylvania hinzu.

Rekordzahl von Bombenanschläge auf US-Soldaten
Die US-Armee im Irak ist nach einem Bericht der "New York Times" zunehmend besorgt über die eskalierende Gewalt. So sei die Zahl der Bombenanschläge auf Konvois der amerikanischen und irakischen Armee im Juli - einen Monat nach dem Tod des irakischen Al-Kaida-Führers Abu Mussab al-Zarqawi - auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Wie die Zeitung berichtete, explodierten im Juli nach offiziellen Armeeangaben über 1.600 entlang der Straßen versteckte Bomben; knapp 1.000 weitere konnten noch rechtzeitig entschärft werden.

"Die Angriffe der Aufständischen haben eine historische Höhe erreicht", sagte ein US-Militär der Zeitung. Zudem hätten sie immer mehr Unterstützung in der irakischen Bevölkerung. Trotz der gestiegen Zahl der Bombenanschläge sank die Zahl der getöteten Amerikaner leicht von 42 im Jänner 2006 auf 38 im Juli. Dies hänge vor allem mit verbesserter Panzerung und anderen Sicherheitsmaßnahmen zusammen. Die Zahl der Verletzten stieg dagegen von 287 auf 518.

Al Kaida will im Irak politischen Flügel aufbauen
Die Extremistengruppe Al-Kaida will nach Einschätzung der USA im Irak einen politischen Flügel aufbauen. "Al-Kaida will sich im Irak als legitime politische Kraft darstellen", sagte US-Generalmajor William Caldwell am Mittwoch in Bagdad unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Unter anderem bemühe sich die Gruppe um die Unterstützung von Stammesführern.

"Al-Kaida erkennt, dass die Tötung unschuldiger Iraker ihrer Unterstützung in der Öffentlichkeit schadet", sagte Caldwell. Deshalb versuche die Gruppe, diese Wahrnehmung umzukehren. So wolle sie den Unmut der Bevölkerung über die hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Sicherheitsbedingungen und die unzuverlässige Strom- und Benzinversorgung ausbeuten, um sie gegen die Regierung sowie ihre Unterstützer in den USA zu wenden. "Das heißt auf keinen Fall, dass sie aufhören wollen, religiöse Gewalt zu stiften", betonte Caldwell.

Die extremistische Organisation macht nur rund fünf Prozent des sunnitischen Widerstands im Irak aus. Allerdings gehen auf ihr Konto einige der schwersten Anschläge, bei denen häufig mehr als 100 Menschen auf einmal getötet wurden. Am 7. Juni war der Anführer der Gruppe im Irak, Abu Musab al-Zarqawi, bei einem US-Luftangriff ums Leben gekommen. Zu seinem Nachfolger erklärte Al-Kaida Abu Hamsa al-Muhajir.

(apa/red)