Falsche Zivilstreife in Oberösterreich: Slowake um 6.000 Euro & Handy erleichtert

Lkw-Fahrer anschließend an Lenkrad gekettet Fahndung nach drei verdächtigen Männern läuft

Eine falsche Zivilstreife auf der Innkreisautobahn (A8) in Oberösterreich hat einen Slowaken um 6.000 Euro und sein Mobiltelefon erleichtert. Die Sicherheitsbehörden fahnden nach drei Verdächtigen.

Das Opfer war am Steuer eines Lkw mit Anhänger in Richtung Bayern unterwegs, als er gegen 1.00 Uhr von einem älteren, blauen Pkw mit Blaulicht überholt worden sei. Er glaubte zudem ein rotes Anhaltelicht zu erkennen. Die vermeintliche Zivilstreife lotste ihn auf eine Betriebsausfahrt der Autobahn. Dort blieb der Fahrer des Pkw am Steuer. Einer der Insassen führte eine "Kontrolle" beim Slowaken durch, indem er auf eine Pistole am Hosenbund deutete und Geld forderte. Ein weiterer durchwühlte - wie ein Profi: mit Handschuhen - das Handschuhfach seines Lkw.

Die falschen Polizisten in Zivil nahmen ihrem Opfer 6.000 Euro in bar, die er für einen Autokauf in Deutschland bei sich hatte, und sein Mobiltelefon ab. Dann fesselten sie es mit der linken Hand an das Lenkrad des Lkw und fuhren davon. Der Überfallene konnte dennoch lenken. Er fuhr zu einem Autohändler in Bayern, den er gegen 3.15 Uhr mit Hupe und Lichthupe aufweckte. Die Polizei befreite ihn von seinen Fesseln.

Die Polizei fahndet nach drei Männern im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Das von ihnen verwendete Auto soll ein österreichisches - möglicherweise ein Wiener - Kennzeichen gehabt haben. Die Fluchtrichtung der Räuber ist unbekannt. Die von ihnen für den Überfall benützte Betriebsausfahrt liegt ziemlich versteckt und ist nur Ortskundigen bekannt. (apa/red)