Falsche "innere Uhr" macht dick: Schlaf-Wachrhythmus als Ursache für Schlaganfall?

Zu viel & zu wenig Schlaf könnte herzkrank machen Veränderter Lebensstil beeinflusst biologische Uhr

Wissenschafter haben herausgefunden, dass Bluthochdruck, Insulinresistenz und auch starkes Übergewicht (Adipositas) ihre Ursache in einer aus dem Takt geratenen "inneren Uhr" haben können. Das berichtete Univ.-Prof. Dr. Ruud Buijs vom Niederländischen Institut für Hirnforschung.

Treten die drei genannten Stoffwechselstörungen zusammen auf, sprechen Experten vom "metabolischen Syndrom". Dieses erhöht das Risiko der betroffenen Menschen für Schlaganfall oder Herzerkrankungen. Das metabolische Syndrom ist sehr häufig. Nach Erhebungen in den USA ist einer von vier Menschen davon betroffen.

Falsche "innere Uhr" macht krank
Es gibt nunmehr allerdings Hinweise darauf, dass diese Gesundheitsprobleme mit der "inneren Uhr" der Menschen im Zusammenhang stehen, hieß es beim Europäischen Hirnforscherkongress. Sie steuert den Schlaf-Wachrhythmus, den Stoffwechsel, den Appetit und die Aktivität innerer Organe. Der Taktgeber befindet sich hinter dem Sehnerv in einem kleinen Areal des Hypothalamus, das als suprachiasmatischer Kern (SCN) bezeichnet wird.

Herzkrankheit durch zu viel & zu wenig Schlaf?
"Eine große Studie über Schlafverhalten zeigte, dass bei Menschen, die zu viel oder zu wenig Schlaf bekommen und adipös oder herzkrank werden, ein direkter Zusammenhang besteht", sagte Buijs. "Wir bekommen immer mehr Hinweise, dass das metabolische Syndrom letztlich eine Erkrankung des Gehirns ist." Wenn Adipositas oder Bluthochdruck tatsächlich auf eine falsch tickende innere Uhr zurückzuführen sind, wird dies Auswirkungen für die Behandlung dieser Erkrankungen haben.

Veränderter Lebensstil beeinflusst biologische Uhr
"Es kann aber auch sehr gut sein, dass unser veränderter Lebensstil - wenig Bewegung am Tag und üppige Mahlzeiten am späten Abend - unsere biologische Uhr durcheinander bringen", sagte der Wissenschafter. "Das ist sehr beunruhigend." Als nächstes will Buijs deshalb die Gehirne verstorbener Patienten mit Diabetes untersuchen, um dort nach Veränderungen zu suchen, die im Endeffekt zu den Stoffwechselproblemen führen. (APA/red)