Fallschirmsprung der Rekorde verschoben: Franzose plante Jump aus 40.000 m Höhe

Wetter & Technikprobleme verzögert Fourniers Aktion Wegen Verboten in Frankreich & USA nun in Kanada

Fallschirmsprung der Rekorde verschoben: Franzose plante Jump aus 40.000 m Höhe © Bild: AP/Stobbe

Der waghalsige Fallschirmsprung aus 40 Kilometern Höhe über Kanada ist vorerst verschoben worden. Wie die Zeitung "Vancouver Sun" auf ihrer Internetseite berichtete, sagte das Team um den französischen Abenteurer Michel Fournier das Unternehmen in letzter Sekunde ab, weil sich der Himmel bewölkt hatte. Nach Angaben der Zeitung "Montreal Gazette" gab es Probleme mit dem Sauerstoff-Generator.

Fournier will mit dem Sprung vier Weltrekorde aufstellen: für den schnellsten freien Fall mit rund 1500 Stundenkilometern, für den längsten freien Fall, für die größte Absprunghöhe und für die höchste Flughöhe eines Menschen in einem Ballon. Der ehemalige Offizier möchte im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. "Dieses Projekt ist eine große wissenschaftliche und menschliche Herausforderung", sagte Fournier. Warum er ein so großes Risiko auf sich nimmt, könne er nicht erklären, fügte er hinzu. "Das ist mein Traum. Ich möchte ihn verwirklichen. Fragen sie mich nicht, warum."

Fournier hat in seinem Leben mehr als 8.600 Fallschirmsprünge absolviert. 2003 war sein Versuch gescheitert, den Rekord des US-Fallschirmspringers Joseph Kittinger einzustellen, der 1960 aus mehr als 31.000 Metern Höhe abgesprungen war. Fournier braucht einen 161 Meter großen Helium-Ballon, um mit einer Kapsel bis auf 40.000 Meter aufzusteigen. Ähnlich wie bei Astronauten im All muss vor dem Aussteigen ein Druckausgleich in der Kapsel stattfinden.

Vier Weltrekordversuche auf einen Streich
Waghalsiger Anlauf zu vier Weltrekorden: Der französische Abenteurer Michel Fournier hat am Montag in Kanada letzte Vorbereitungen für seinen Fallschirmsprung aus 40 Kilometern Höhe getroffen. Nach einem zweistündigen Aufstieg mit einem Heliumballon wollte der pensionierte Armeeoffizier mit rund 1.150 Stundenkilometern im freien Fall die Schallmauer durchbrechen und erst 6.000 Meter über der Erde die Reißleine seines Fallschirms ziehen. Wie der kanadische Fernsehsender CTV berichtete, begann das Team des 64-Jährigen nach einigen Verzögerungen, den Ballon startklar zu machen.

Mit der Aktion wollte Fournier die höchste Ballonfahrt sowie den längsten, schnellsten und weitesten Fallschirmsprung bisher absolvieren. Die französischen Behörden hatten das Projekt wegen der Risiken nicht genehmigt. Fournier wich deshalb auf Kanada aus. Seit Tagen bereitete er sich in North Battleford in der Provinz Saskatchewan auf das Projekt vor. Wegen des Wetters war der Start verschoben worden.

Dritter Versuch des Franzosen
Der Franzose hatte 2002 und 2003 schon zweimal vergeblich zu dem "Super Jump" angesetzt. Er sollte bei dem Sprung nur einen druckgeschützten Spezialanzug und einen mit Sauerstoff gefüllter Helm tragen. Gleichwohl bestand die Gefahr, dass er durch den immensen Luftdruck das Bewusstsein verliert. Eigenen Angaben zufolge wollte der Draufgänger mit der Aktion Erkenntnisse für die Raumfahrt gewinnen.
(apa/red)