Bundesliga-Skandal von

Kuljic in Untersuchungshaft

Wegen Tatbegehungsgefahr im "Fall Taboga". Auch mutmaßlicher Komplize in U-Haft.

Sanel Kuljic © Bild: APA/H. Fohringer

Im Zusammenhang mit der angeblichen Erpressung des Bundesliga-Spielers Dominique Taboga, von dem sich der Fußball-Bundesligist SV Grödig am Donnerstag getrennt hat, sind am Freitag Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sowie dessen mutmaßlicher Komplize Sulim D. in Untersuchungshaft genommen worden.

Laut Gerichtssprecher Imre Juhasz lag für die zuständige Richterin am Landesgericht Salzburg nach einer ergänzenden Einvernahme von Kuljic zwar keine Verdunkelungs-, dafür aber Tatbegehungsgefahr vor. Bei Sulim D. wiederum bestehe eine Tatbegehungs- und Tatausführungsgefahr. Kuljic hat bisher seine Unschuld beteuert und angegeben, dass ihm Taboga noch Geld schulde. Gegen den Tschetschenen Sulim D. ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der schweren Erpressung und Nötigung "im Zusammenwirken" mit Kuljic.

Laut dem Salzburger Anwalt von Kuljic sei der Hintergrund der Causa ein von Kuljic gewährtes Darlehen an Taboga in der Höhe von 65.000 Euro, die dieser für Einrichtungsgegenstände benötigt habe und die nur sehr schleppend zurückgekommen seien. "Wir werden mit Anträgen weitere Ermittlungen einleiten, damit der Tatverdacht ehest möglich entkräftet wird", betonte Essl.

Kuljic und Sulim D. wurden am vergangenen Dienstag mit einer dritten verdächtigen Person in Anif bei Salzburg festgenommen. Der dritte Verdächtige ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß, er gilt für die Ermittler nur als Mitläufer.

Laufende Ermittlungen

Ob und wie weit die Causa mit Spielmanipulation und Wettbetrug verflochten ist, ermittelt derzeit das Bundeskriminalamt. Ein Sprecher erklärte Donnerstag, dass vorerst nicht bekannt gegeben werde, gegen welche Personen ermittelt wird.

Taboga gab am Montag in einer Anzeige bei der Polizei an, er hätte ein Spiel manipulieren sollen, habe sich aber geweigert. Wegen des entgangenen Gewinns habe man ihn unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst. Es sei zu mehreren Geldübergaben gekommen. Anfangs sprach Taboga von "über 70.000 Euro", dann korrigierte er die Aussage und nannte einen Gesamtbetrag von "etwas unter 30.000 Euro", den er seinen Erpressern übergeben hätte.

Am Donnerstag teilte der Manager des SV Grödig, Christian Haas, mit, dass Taboga im Winter 2012 vier Mitspieler gefragt habe, ob sich diese an einer Spielmanipulation beteiligen wollen. Die Spieler hätten das als Scherz aufgefasst und abgelehnt. Es sei zu keiner Manipulation gekommen, betonte Haas.

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