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Fall Aslan G. - Mutmaßlicher Sechsfachmörder an Russland ausgeliefert

Flugzeug brachte 47-Jährigen am Mittwochvormittag außer Landes - Gutachter bescheinigte Mann Reisetauglichkeit

Das jahrelange juristische Tauziehen um den im Jänner 2015 in Wien festgenommenen angeblichen Sechsfachmörder Aslan G. ist beendet. Der mittlerweile 47-Jährige ist am Mittwoch mit einem Flugzeug außer Landes gebracht und den russischen Behörden übergeben worden. Das bestätigte die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, Christina Salzborn, der APA.

Nachdem das Justizministerium nach einem jahrelangen Rechtsstreit dem russischen Auslieferungsbegehren grünes Licht erteilt und der Oberste Gerichtshof (OGH) einen Antrag auf Wiederaufnahme des Auslieferungsverfahrens abgeschmettert hatte, machte Aslan G. zuletzt Flugangst geltend, um nicht das Land verlassen zu müssen. Ein von der Justiz eingeholtes Gutachten bescheinigte ihm allerdings Reisetauglichkeit sowie Verhandlungsfähigkeit. Die Anwälte des Mannes brachten dagegen zwar eine Beschwerde ein, die allerdings den Lauf der Dinge nicht mehr hemmen konnte. Aslan G. wurde am Mittwochvormittag zum Flughafen Schwechat gebracht, wo er eine Maschine nach Russland bestieg.

Der Mann soll in seiner Heimat als Kopf einer kriminellen Vereinigung 2012 und 2013 die Ermordung von sechs Menschen durch Mitglieder seiner Organisation in Auftrag gegeben haben. Der Gruppierung werden auch die 2008 verübten Morde am nordossetischen Vizepremier Kasbek Pagijew und am Bürgermeister der Hauptstadt Wladikawkas, Witali Karajw, angelastet. Der 2013 in den Westen Geflüchtete gab sich demgegenüber als Opfer einer Verwechslung.

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