Fall Adelsmayr von

Prozess geht weiter

Am Sonntag in Dubai - Verhandlungsgegenstand noch unklar - aber "alles möglich"

Fall Adelsmayr - Prozess geht weiter © Bild: APA/Gindl

Vor acht Monaten ist in Dubai der Mordprozess Eugen Adelsmayr eröffnet worden. Am Sonntag findet bereits der elfte Verhandlungstermin in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) statt. "Von mir ist alles am Tisch, ich kann zur Wahrheitsfindung nichts mehr beitragen", sagte der 52-jährige Mediziner.

Beim bisher letzten Prozesstermin, am 22. Februar, waren ursprünglich die Abschlussplädoyers der Verteidigung geplant gewesen. Stattdessen gab es neue Anträge eines Mitangeklagten. Ein Abschluss des langen Verfahrens rückte damit weiter in die Ferne. Die Anwälte des Mediziners reichten jedoch am Ende der Verhandlung ihre Schlussplädoyers via Staatsanwaltschaft schriftlich beim Richter ein. "Auch die Verteidiger des Mitangeklagten haben - parallel zu den neuen Anträgen - ihr Abschlussplädoyer eingereicht", sagte Adelsmayr. Diese Eingabe wurde mittlerweile vom Gericht bestätigt, erklärte der 52-Jährige.

Gegenstand noch unklar - "alles möglich"
Was am Sonntag Verhandlungsgegenstand sein soll, war vorerst unklar. "Von der Urteilsverkündung mit Freispruch oder Verurteilung bis zu einer Weiterführung des Verfahrens aufgrund der Eingabe meines Mitangeklagten ist alles möglich", erklärte der 52-Jährige. Bei der zehnten Prozessrunde im Februar waren die Anwälte des mitangeklagten indischen Kollegen erstmals tätig geworden und hatten neue Unterlagen mit belastendem Material gegen einen Krankenpfleger und entlastendem Material gegenüber dem Inder eingereicht.

Keine Möglichkeit mehr, Wort zu ergreifen
"Doktor Adelsmayr hat keine Möglichkeit mehr, das Wort zu ergreifen. Inhaltlich wurde bereits alles vorgebracht was seine Sicht der Dinge anbelangt", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal. Er bestätigte, dass es nun am Richter liegt, wie das Verfahren weitergeht. Wie bereits bei sämtlichen vorangegangenen Terminen wird der österreichische Botschafter in den VAE, Julius Lauritsch, am Sonntag als Beobachter bei dem Verfahren in Dubai dabei sein.

Dem 52-jährigen Oberösterreicher und seinem indischen Kollegen wird der Tod eines Patienten im Februar 2009 durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate zu Last gelegt. Dafür droht dem Bad Ischler im Wüstenstaat ein Strafrahmen von drei Jahren Haft bis hin zur Todesstrafe.