Familyhotel mit Sicherheitsmängeln

Das Familienhotel Club Funimation am Katschberg fällt im NEWS.AT-Test durch.

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  • Bild 1 von 28 © Bild: Falkensteiner

    Von außen hui: das Falkensteiner Fun Animation.

  • Bild 2 von 28 © Bild: Falkensteiner

    Die Zimmer sind ein wahres Platzwunder. Doch die Stockbetten müssen dringend gesichert werden.

Dabei lässt das "Drumherum" am Katschberg absolut keine Wünsche offen. Die Familienregion bietet eine ungeheuere Vielzahl an Ausflugszielen: z.B. Reiten auf der gastfreundlichen Pony Alm , Klettern im Hochseilklettergarten Adventurepark Katschberg und die spannende Erlebniswelt Katschhausen . Unbedingt miteinplanen sollten Sie einen Tagesausflug ins Naturschutzgebiet Pöllatal . Beginnend mit einem eineinhalb stündigen Bacherlebnisweg gelangt man über idyllischte - mit riesigen Ameisenhaufen, Pferden und Kühen bespickte - Wege zu einem kleinen Fischteich. Hier können Sie und Ihre Kinder Ihre Forelle selbst fangen, putzen und anschließend auf der urigen Kochlöffelhütte verspeisen. Die Wartezeit auf das fangfrische Mahl können sich Kinder im Streichelzoo verkürzen. Zurück geht es - erschöpft aber happy - mit der lustigen Tschu-Tschu-Bahn.

Alles gut und schön?
Ginge es um das "Drumherum" würde unser Hotelcheck ohne Wenn und Aber positiv ausfallen. Doch getestet wurde das "Falkensteiner Club Funimation", laut Katalog der "größte Familienclub in den Alpen". Gegen den Look und das Ambiente des Hauses haben wir nichts einzuwenden. Wir haben aber den Eindruck, dass viel wichtigere Komponenten eines Familienhotels zu kurz kommen. Besonders deutlich wird diese Werteverschiebung, als eine unserer Testpersonen in der Nacht ein Unfall passierte.

Sicherheit: Verantwortung einfach an Eltern abgegeben
Die vierjährige Tochter der NEWS.AT-Redakteurin fiel mangels ausreichender Schutzvorrichtung in der Nacht aus dem Stockbett. Zum Glück ohne sich zu verletzen - denn dank scharfer Regalkanten in der Nähe des Betts hätte der Unfall auch schwere Folgen haben können. Bei der Reklamierung mussten wir fassungslos feststellen, dass dieser grobe Sicherheitsmangel der Hoteldirektion schon des längeren bekannt ist. "Das ist schon mehrfach passiert. Wir haben die Bettlatte danach nach oben versetzt, doch dann sind uns die Kinder unten durch gefallen", so der lapidare Kommentar des Marketingchefs. Unserem eindringlichen Vorschlag, eine zweite Latte zu montieren, folgte der Nachsatz: "Aus architektonischen Gründen erweist sich das als schwierig. Aber wir haben Kindersicherungen bei der Rezeption aufliegen". Aufgrund der Tatsache, dass im Zimmer keine dementsprechenden Hinweisschilder zu finden sind, empfinden wir diese "Maßnahme" beinahe schon als vorsätzliche Fahrlässigkeit. Ein fettes Minus also in Sachen Sicherheit.

Zimmer: Platzwunder und tolle Aussichten
Wirklich schade, dass da "architektonisch" nichts machbar ist, denn mit einem einfachen Umbau wäre das Problem in unseren Augen erledigt. Dann könnten wir auch ohne Einschränkungen die Zimmer loben. Diese sind kleine Platzwunder: In der von uns getesteten "Familiensuite Klassik" hat man vom elterlichen Doppelbett aus gleichzeitig die Berge auf der einen Seite und - durch einen praktischen, begehbaren Kleiderschrank - das Stockbett der Kinder im Blick. Positiv hervorzuheben sind ebenfalls die gut durchdachten, vielfältigen Beleuchtungsmöglichkeiten, das geräumige Badezimmer mit Wanne und großer Regendusche, sowie die Terrasse mit atemberaubender Aussicht auf das Skigebiet gegenüber. Gefehlt hat uns im Zimmer bloß ein kleiner Kühlschrank, dafür freuten sich die Kleinen über das Begrüßungsgeschenk bestehend aus Teddybär und Malset.

"Fakeland" statt "Falkyland"
Unser zweiter schwerer Kritikpunkt ist leider auch ein absolutes No-Go in einem Familienhotel: die mangelhafte Kinderbetreuung. Überraschten uns die Animateure in der ersten Nacht unseres Aufenthalts noch mit einer professionellen Michael-Jackson-Bühnenshow, "glänzten" die Mitarbeiter tagsüber mit demotivierten Gesichtern und gleichgültigem Verhalten gegenüber den zu betreuenden Kindern. Im "Falkyland" erwartete weder uns noch unsere Kinder ein freundliches: "Hallo ich bin die XY, wer bist denn du?" Auf die Frage, wie die Kinderbetreuung funktioniere, erhielten wir viel eher ein gleichgültiges: "Tragen sie sich da in die Liste ein." Wir fragen uns: Wenn sich die Betreuer schon in Anwesenheit der Eltern keine Mühe geben, was passiert dann erst, wenn diese das "Falkyland" verlassen?

Auch das Kommen und Gehen ist nicht ideal geregelt: Unterschiedliche T-Shirts sollen Kinder von jenen unterscheiden, die selbständig das "Falkyland" verlassen dürfen und jenen, die abgeholt werden müssen. Doch der Eingang lässt sich von kleinen Wiefzacks leicht öffnen - schnell kann so ein Kind unbemerkt verschwinden.

Es stellt sich des weiteren die Frage, wie die Betreuer die Eltern von weinenden oder gar verletzten Kindern verständigen wollen, wenn die Kinder keine Namensschilder bekommen. Als Kontaktdaten kann man als Elternteil bloß seine Handynummer hinterlassen, es gibt keine Funktelefone für den Notfall.

Buffet-Rangelei bei starker Auslastung
Minuspunkte also für Sicherheit und Kinderbetreuung, doch wie sieht es mit der Verpflegung aus? Die Speisen werden aus hochwertigen Produkten der Umgebung hergestellt und das schmeckt man auch. Leider muss man sich allerdings zu Stoßzeiten geradezu um das Essen rangeln - der Buffetraum ist in Relation zu den vielen Hotelgästen einfach zu klein und zu verwinkelt. Sehr praktisch finden wir das eigene Kinder-Abendbuffet mit Saftbar und coolen, in den Boden eingelassenen Tischen im Falkyland. Wer seine Kinder lieber nicht den Betreuern anvertrauen möchte, kann zuerst die Kleinen füttern und sich danach beim "Elternabendessen" auf seinen eigenen Hunger konzentrieren.

Kinder-Time-out ist Spa-Time-Out
Wasserratten kommen im Club Funimation voll auf ihre Kosten. Die Kinder-Erlebniswelt "Falky-Acqua-World" könnte zwar einen Tick größer ausfallen, bietet aber mit Hallenbad, Erlebnisrutsche, Badeinsel und einem (leider wunzigen) Babybecken genügend Möglichkeiten, sich auszutoben. Der Spa-Bereich (für Kinder verboten) ist traumhaft schön, nur schon ab acht Uhr Abends geschlossen. So können sich Eltern dort leider nicht vergnügen, wenn die Kleinen eingeschlafen sind - schade!

Fazit:
Wenn sich das Falkensteiner Club Funimation den kleinen, nicht allzu teuren Umbau der Stockbetten leisten würde, die Kinderbetreuung vollkommen umstrukturieren und die Mitarbeiter umschulen würde, würden wir uns auch die 177 Euro pro Nacht und Person leisten. Des Weiteren würden wir uns längere Öffnungszeiten des Spas wünschen. Zu empfehlen ist das Falkensteiner Club Funimation für Familien mit älteren Kindern, die keine Kinderbetreuung benötigen.

Die NEWS.at-Wertung

Ambiente: ******
Lage: ******
Service: ****
Zimmer: ****
Küche: *****
Kinderbetreuung: *
Freizeitangebot: ******
Preis-Leistung-Verhältnis: ****
Sauberkeit: ******
(Maximale Sternchen-Anzahl: 6)

Falkensteiner Club Funimation Katschberg
Katschberghöhe 20
A-9863 Katschberghöhe - Rennweg am Katschberg
Kärnten - Österreich
Tel.: +43/(0)4734/63 10

3 Übernachtungen mit Genuss-Vollpension und allen weiteren Hotelinklusivleistungen ab 177 Euro pro Person im Doppelzimmer Classik.