Falco lebt - Unser größter Popstar, gefeiert wie nie: Alles über den Film, DVD und neue CD

Falco, der Film - 'Verdammt, wir leben noch!' Am 6. Februar jährt sich sein Todestag zum 10. Mal

Falco lebt - Unser größter Popstar, gefeiert wie nie: Alles über den Film, DVD und neue CD © Bild:

Zu fassen war er nie, und das spräche dafür, dass er doch mehr war als ein vergänglicher Schemen aus Zeitgeist, Marketing und patriotischer Legendenbastelei.

Soll man nun, zehn Jahre nach seinem Tod in einem Blechhaufen vor einer karibischen Touristen-Disco, „einen Flughafen und drei Stadien nach ihm benennen“, wie der international renommierte Musikfilmer Rudi Dolezal fordert (siehe übernächste Seite)? Oder war er doch nur „ein Phänomen der frühen Achtzigerjahre“, wie ihn die „Variety“-Musikjournalistin Michele Manelis auf NEWS-Anfrage qualifiziert? „Er war damals wirklich ein Talent, aber heute ist er nur noch eine Kuriosität.“

Hans Hölzel, den man Falco nannte, polarisiert, und der Film zum Gedenkjahr erst recht. Falco-Entdecker Markus Spiegel attestiert dem am 7. Februar anlaufenden Werk des Österreichers Thomas Roth umfassendes Gelingen und eine dichte Bildsprache. Falcos ehemaliger Berater Hans Mahr hingegen diagnostiziert „ein schreckliches Stück provinzielles Österreich, international unverkäuflich“. Seit Jahresfrist tobt der Konflikt um die angebliche Ikonenschändung im ebenso angeblichen Sex- und Drogenschocker. Deshalb sah sich Roth in der vorwöchigen NEWS-Ausgabe veranlasst, Falco und den Film gegen „Partytiger“ und „Wichtigmacher“ in Schutz zu nehmen. „Hier spielen sich einige wenige aus durchsichtigen Motiven als Beschützer auf“, ließ Roth mit Blick auf Niki Lauda und andere wissen.

Der Rubel rollt. Nimmt man am Geschäfts­aufkommen Maß, so nährt das Phänomen posthum nicht nur in Österreich nach wie vor mehrere Industrien. Die DVD „Falco L.I.V.E . Donauinsel & Wr. Stadthalle“ hielt sich zwischen 2004 und 2006 sagenhafte 98 Wochen in den österreichischen Charts. Die DVD „Hoch wie nie“, ein Tribute des Duos DoRo, erschien schon vor Jahresfrist und hielt sich vier Wochen auf Platz eins und 22 Wochen in den Top Ten. Bemerkenswert: Das Dokument stieg in Deutschland auf Platz zwei ein. Am 1. 2. kommt es als Limited Edition wieder, anlassgemäß mit schwarzem statt weißem Cover.

Am 28. 1. erschien bei Ueberreuter das Buch „Falco war mein Vater“ von Falcos Doch-nicht-Tochter Katharina Bianca aus der Ehe mit Isabella Vitkovic. Die Vorbestellungen liefen so stürmisch, dass man bereits vor der Veröffentlichung den Nachdruck erwog. Thomas Rabitsch rekonstruierte das Konzert auf dem Wiener Neustädter Domplatz, bei dem Falco 1994 das einzige Mal mit einem Orchester (den Wiener Sym­phonikern) auftrat. „Falco Symphonic“ erscheint am 1. 2. als CD und DVD.

Den Soundtrack zu „Verdammt, wir ­leben noch!“ gibt es ab 8. Februar. Falco-Darsteller Manuel Rubey singt die Hit­paraden-Erfolge des Falken.
n Der ORF investiert eine ganze Nacht: Am 2. Februar (ORF 2 ab 22.30 Uhr) werden u. a. das Symphoniekonzert aus Wiener Neustadt und das ­Making-of zum Film geboten.

Kein Preis zu hoch. Wahren Falco-Anhängern scheint kein Preis zu hoch, wenn es um Devotionalien geht. So wird der von Mutter Maria Hölzel herausgegebene, mittlerweile vergriffene Bildband „Privacy“ aus dem Jahr 1998 im Internet bis zu 400 Euro hoch gehandelt. Im Mekka für Falco-Pilger, der Wiener Diskothek U4, findet seit 1998 jährlich die „Falco-Nacht“ statt (heuer am 6. und 7. 2.). Falco-Intimus Conny de Beauclair, der dort als Türsteher zu Ruhm gelangte: „Hätte jemand zu seinen Lebzeiten vorgeschlagen, eine Nacht lang nur Falco-Musik zu spielen, hätten sich alle nur an den Kopf gelangt. Heute wollen mir junge Leute die Hand ­geben, weil ich ihn gekannt habe.“

Phänomen Falco. Unergründlicher Falco: Für die einen erfand er mit dem „Kommissar“ den deutschen Hip-Hop, wie die heutigen Erfolgsformationen „Die fantastischen Vier“ oder „Fettes Brot“ nicht müde werden zu betonen. Dagegen diagnostiziert Deutschlands berühmtester Musikkritiker und Poptheoretiker Diedrich Diederichsen gegenüber NEWS leidenschaftslos: „Alles aus den Achtzigern wird von irgendeiner ­relevant großen Menge Menschen geliebt. Falco gehört sicher auch dazu.“ Zusatz:
Ihn, Diederichsen, habe Falco weder in den Achtzigerjahren noch später je interessiert.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS