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Formel 1: Mexikanisches Solo für Hamilton

Rosberg weiter Zweiter - Weltmeisterschaft bleibt weiter spannend

Die Formel-1-Weltmeisterschaft bleibt weiter spannend. Mühelos und unspektakulär hat Pole-Setter Lewis Hamilton am Sonntag den Großen Preis von Mexiko gewonnen. Der Brite gewann 8,354 Sekunden vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg, dessen Vorsprung in der Fahrerwertung sich auf 19 Punkte reduzierte. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wurde nachträglich zum Dritten erklärt - und rutschte dann wegen verbotenen Bremsmanövers auf Platz fünf.

Am Ende spitzte sich im Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt ein explosiver Dreikampf um Platz drei entscheidend zu. Max Verstappen hatte in Kurve zwei abgekürzt und sich dabei wohl einen entscheidenden Vorteil gegenüber Vettel verschafft. Der Niederländer kam im Red Bull als Dritter ins Ziel, erfuhr dann aber im Warteraum von einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe. Er rutschte damit auf Position fünf zurück, der im Auto zuvor fuchsteufelswilde Vettel erbte den dritten Platz vor Daniel Ricciardo.

Die Ausbeute von Hamilton in Nordamerika liegt bei hundert Prozent. In der Vorwoche hatte der USA-Fan in Austin seinen 50. Grand-Prix-Sieg gefeiert, nun legte er knapp 1.000 Kilometer weiter südlich nach. "Es war toll aufgrund all dieser Leute", strahlte Hamilton bei der Siegerehrung vor rund 130.000 Zuschauern. Für den 31-Jährigen war es der erste Erfolg in Mexiko, sein achter in dieser Saison und insgesamt sein bereits 51. Grand-Prix-Sieg, womit er mit dem Franzosen Alain Prost gleichzog.

"Es war ein guter Tag. Lewis war zu schnell an diesem Wochenende", resümierte indes Rosberg. Mercedes durfte sich über den 17. Sieg in diesem Jahr freuen - mehr hat kein anderes Team jemals geschafft. Zwei Rennen sind in dieser Saison mit 21 WM-Läufen noch ausständig. Am 13. November findet in Sao Paolo der Große Preis von Brasilien statt, dort kann Rosberg mit einem Sieg aus eigener Kraft Weltmeister werden. Zwei Wochen später wird in Abu Dhabi gefahren.

Vettel freute sich zunächst über den dritten Platz. Noch bei der Zieldurchfahrt hatte der Deutsche sogar Rennleiter Charlie Whiting beschimpft. "Ich habe nicht verstanden, warum er mir den dritten Platz nicht gegeben hat", erklärte er auf dem Podest. "Ich war echt enttäuscht, als ich die Linie überfahren habe."

Später ist er für ein verbotenes Manöver beim Grand Prix von Mexiko bestraft worden und hat damit Rang drei verloren. Der Ferrari-Pilot wurde mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt und fiel damit in der Wertung des drittletzten Rennens dieser Formel-1-Saison auf den fünften Platz zurück. In der Folge rückten die Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf den dritten und vierten Rang vor.

Das Rennen begann mit einem turbulenten Start und fast folgerichtig einem Safety-Car-Einsatz. Unter anderem hatte Pascal Wehrlein im Gerangel mit zwei anderen Autos seinen Manor-Boliden demoliert, außerdem waren beide Mercedes nach der ersten Kurve auf die Grünfläche ausgeschert - für die zwei gab es dafür allerdings keine Sanktion. Die Reihenfolge der Top drei blieb in dieser Phase unverändert: Hamilton zog vorne weg, Verstappen saß dem zweitplatzierten Rosberg im Nacken.

Der Niederländer verlor anschließend Boden auf den Deutschen und wegen eines Boxenstopps seinen Platz an Teamkollege Ricciardo. Für Rosberg war entscheidend, dass er nach seinem ersten Stopp vor dem Red-Bull-Duo aus der Boxengasse kam. Verstappen, den Ricciardo aus strategischen Gründen vorbeilassen musste, drückte in der Folge den Abstand jedoch unter eine Sekunde.

In der 50. Runde verschätzte sich der für seine aggressive Fahrweise bekannte Niederländer bei einem Überholversuch. Verstappen bremste spät, passierte Rosberg, erwischte dann jedoch die Kurve nicht mehr und musste den eben gewonnenen zweiten Platz wieder hergeben. Am Ende kam es zum besagten Kampf um Rang drei zwischen Verstappen, Vettel und Ricciardo. Auch Vettel zeigte dabei ein hartes Manöver, auf der Bremse stehend lenkte er auf den Dienstwagen von Ricciardo zu, was Red-Bull-Berater Helmut Marko nachher in Rage brachte.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte der Steirer im ORF-Interview, kündigte aber an, dass Red Bull keinen Protest einlegen werde. Wegen ähnlicher Vorkommnisse hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen in Bezug auf Verstappen gegeben. "Er hat es nicht verdient, auf dem Podium zu sein", meinte Ricciardo mit Verweis auf Vettel.

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