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Chefredakteur von türkischer Zeitung "Cumhuriyet" festgenommen

Wohnungen von Journalisten durchsucht

Die türkische Polizei hat Montagfrüh laut Medienberichten den Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet" festgenommen. Auch die Wohnungen weiterer Führungskräfte und Journalisten seien durchsucht worden, berichtete unter anderem der TV-Sender "CNN Turk".

Über den Hintergrund der Festnahme von Murat Sabuncu war vorerst nichts bekannt. Allerdings geht die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan seit einem gescheiterten Putschversuch im Juli hart gegen mutmaßliche Anhänger des islamistischen Predigers Fethullah Gülen vor.

Die Ermittler fahndeten außerdem nach dem Zeitungsvorstand Akin Atalay und dem Autoren Güray Öz, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi am Montag. Laut CNN Türk wurden insgesamt 13 Haftbefehle gegen Mitarbeiter der Zeitung ausgestellt.

Wie die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" auf ihrer Online-Seite berichtete, werden ihnen Verbindungen zu dem Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, den Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch im Juli verantwortlich macht. Erst am Wochenende waren weitere 10.000 Staatsbedienstete entlassen worden. Erdogan hatte nach dem gescheiterten Putsch "weitreichende Säuberungen" und ein harsches Vorgehen gegen Anhänger von Gülen angekündigt. Der frühere Chefredakteur von "Cumhuriyet", Can Dündar, war im Mai wegen der Preisgabe von Staatsgeheimnissen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

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