Fahrersektor kräftig durchgewürfelt: Neue Kräfteverhältnisse im Jahr eins nach Schumi

Schärfste WM-Rivalen von Alonso sitzen im Ferrari Wurz feiert Comeback - Klien rückt ins zweite Glied

Fahrersektor kräftig durchgewürfelt: Neue Kräfteverhältnisse im Jahr eins nach Schumi

Die Zeichen standen auf Veränderung - vor allem auf dem Fahrersektor. Wenig ist in der Formel-1-Saison 2007 noch so, wie es im vergangenen Jahr gewesen ist. Rekordweltmeister Michael Schumacher ist zurückgetreten, nachdem er sich in den beiden letzten Jahren seiner Karriere im WM-Rennen Fernando Alonso geschlagen geben musste. Der 25-jährige Spanier wechselte vom Weltmeister-Team Renault zu McLaren-Mercedes und dürfte damit ein neues Kräfteverhältnis in der Königsklasse geschaffen haben.

Doch auch im Jahr eins nach Ferrari-Ikone Schumacher fahren Alonsos härteste Titelkonkurrenten rote Renner. Die Ferrari-Piloten Felipe Massa (BRA) und Kimi Räikkönen (FIN) machten bei den abschließenden Testfahrten in Bahrain einen ausgezeichneten Eindruck. Alonsos ehemaligem Renault-Teamkollege Giancarlo Fisichella (ITA) werden im Kampf um die WM-Krone bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt, wenngleich die Karten endgültig erst beim ersten von 18 WM-Läufen am 18. März in Melbourne aufgedeckt werden.

Die Konstellation ist brisant. Räikkönen ist Alonsos Vorgänger bei McLaren-Mercedes und könnte nun zu dessen schärfstem Rivalen werden. In der vergangenen Saison hat der schnelle Finne nicht ein Rennen gewonnen. "Es lag aber nicht an mir, sondern an der Zuverlässigkeit meines Autos", meinte der 27-Jährige, dessen Fahrweise die Boliden oft über Gebühr beansprucht. Das Stallduell mit Massa hat Räikkönen auch noch nicht von vornherein für sich entschieden. Ferrari betonte vor Saisonstart die Gleichstellung seiner Piloten.

Neue Gesichter bei McLaren und Renault
Auf gänzlich neue Gesichter vertrauen McLaren und Renault. Der Engländer Lewis Hamilton (22) und der Finne Heikki Kovalainen (26) gelten als zwei der größten Zukunftshoffnungen, wenngleich beide ihr Talent erst im Renncockpit eines F1-Boliden unter Beweis stellen müssen. Vor allem Hamilton, dem ersten dunkelhäutigen Piloten in der Königsklasse, werden schon in seiner Debütsaison Überraschungen zugetraut. Die Nachwuchsserie GP2 gewann der McLaren-Fahrer im Vorjahr überlegen.

Das Fahrerkarussell drehte sich aber auch aus österreichischer Sicht. Als Österreichs einziger Grand-Prix-Pilot gibt Alexander Wurz im Williams nach mehr als sechs Jahren als Test- und Ersatzfahrer das Formel-1-Comeback des Jahres. Über seine Ziele gab sich der 33-jährige Niederösterreicher in einem APA-Interview aber bedeckt: "Ich will mit dem Team gemeinsam eine bessere Performance zeigen als im Vorjahr." Da war das Traditionsteam nur Achter der Konstrukteurs-WM.

BMW bei Wintertests stark
Will man den Wintertests glauben schenken, so hat BMW-Sauber den größten Sprung nach vorne gemacht und könnte mit Nick Heidfeld (GER) und Robert Kubica (POL) sogar ein ernsthafter Sieganwärter sein. Das österreichisch-englische Team Red Bull Racing dagegen machte keine allzu gute Figur. Dabei ist der neue RB3 von David Coulthard (GBR) und Neuzugang Mark Webber (AUS) der erste Red-Bull-Bolide, der gänzlich der Feder von Stardesigner Adrian Newey entsprungen ist. Mit ihm sollen laut Eigentümer Dietrich Mateschitz, der gemeinsam mit Gerhard Berger auch das Zweitteam Scuderia Toro Rosso im Mittelfeld etablieren will, Platz fünf in der WM der Konstrukteure und einige Podestplätze her.

Vor Red Bull Racing und Williams dürfte aber auch noch Honda anzusiedeln sein. Dort ist der Vorarlberger Christian Klien nach seiner Ausbootung bei den "Bullen" als Testfahrer untergekommen. Klien fungiert nicht nur als Ersatz für Jenson Button (GBR) und Rubens Barrichello (BRA), sondern testet auch an den Rennwochenenden in den beiden von 60 auf 90 Minuten verlängerten Freitag-Trainings. Wichtigste Neuerung 2007 ist allerdings die Einführung eines Einheitsreifens des Herstellers Bridgestone, der nach dem Rückzug von Michelin in Zukunft alle elf Teams ausrüstet. Zudem wurde die Motorenentwicklung auf dem Stand des Vorjahres bis 2010 eingefroren.

(apa/red)