Fährt Schumacher auch 2007? Entscheidung
könnte erst beim letzten Rennen fallen!

"Z-Frage": Ferrari hat Frist doch noch verlängert

Rekordweltmeister Michael Schumacher will erst am Ende der Saison erklären, ob er seine einmalige Formel-1-Karriere nach 16 Jahren beenden oder weiterfahren will. "Für eine so wichtige Entscheidung kann man gar nicht Zeit genug haben", sagte der 37-jährige Deutsche in Barcelona.

Während WM-Spitzenreiter Fernando Alonso in seiner Heimat von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde, saß Schumacher locker und gelöst im Ferrari-Motorhome und begann den Großen Preis von Spanien mit der überraschenden Verlängerung in eigener Sache. Ursprünglich hatte "Schumi" bis Juli Klarheit schaffen wollen.

Sein Ferrari-Team habe ihm in der "Z-Frage" Zeit bis zum Jahresende gewährt, erklärte der siebenfache Weltmeister mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen. "Viel ändert sich dadurch nicht", sagte er. Seinen plötzlichen Sinneswandels wollte er nicht erläutern und auch "nicht in die Tiefe" gehen. "Es bringt nichts, die vielen Hintergründe zu erörtern." Doch das Szenario, wonach er nach dem letzten Grand Prix des Jahres am 23. Oktober in Brasilien aus seinem Ferrari aussteigt und dann seine Entscheidung verkündet, scheint nicht mehr unmöglich. "Vielleicht", sagte Schumacher auf die entsprechende Frage.

"Wir sollten Schumacher in Ruhe seine Entscheidung treffen lassen. Mir persönlich gefällt es am besten, wenn ein Champion auf dem Höhepunkt der Karriere seinen Abschied nimmt. Aber auf der anderen Seite, wenn man Schumachers Begeisterung sieht, würde es mich auch nicht wundern, wenn er weitermachen würde", hatte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone gesagt. Mit einem 13-Punkte-Rückstand auf Alonso fährt Schumacher in den 6. Saison-Grand-Prix und hat nach der Vertagung in der "Z-Frage" nun alle Möglichkeiten.

Schon sechsmal konnte der Deutsche das Rennen in Alonsos Heimat gewinnen, während der neue Weltmeister in Barcelona über zwei zweite Plätze in den Jahren 2003 und 2005 nicht hinausgekommen ist. Schumacher steuert nach seinen beeindruckenden Vorstellungen in Imola und am vergangenen Sonntag auf dem Nürburgring den Sieg-Hattrick an. "Wir haben alle Chancen", sagte der Rekordweltmeister, der sich mit Standfußball auf die neue Herausforderung vorbereitet hat.

Als sein großer Rivale Alonso zuvor von den Fans auf dem Circuit de Catalunya entdeckt wurde, gab es für die ganz in Blau gekleideten Anhänger kein Halten mehr. Wie ein Popstar feierten sie ihren Helden. "Es ist ein normales Rennen. Der Unterschied ist, dass mich die Fans unterstützen. Aber das ist für mich Extra-Motivation", sagte Alonso. Der Renault-Pilot ist im Stress; er fühlt sich daheim von den Paparazzi der spanischen Presse verfolgt.

Zudem setzt ihm die Aufholjagd Schumachers zu. "Auch im letzten Jahr war ich WM-Spitzenreiter. Für mich hat sich also nichts geändert", wiegelte Alonso ab. Schon am Tag der offenen Boxengasse strömten seine Anhänger an die Rennstrecke. Mit einer Feier wurde drei Tage vor dem 50. Spanien-Grand-Prix eine Tafel mit Alonsos Namen auf der "Champions' Avenue" platziert - neben Schumacher, Ayrton Senna und Nigel Mansell. (apa/red)