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Private Postings töten Beziehung

Studie: Öffentliches Mitteilen über Privates verringert Wertschätzung des Partners

Das facebook-Logo durch eine Lupe. © Bild: REUTERS/Thomas Hodel

Das übertriebene öffentliche Mitteilen von Details über das Privatleben über Facebook kann Liebesbeziehungen zerstören. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Erhebung der University of Kansas, die besagt, dass Personen innerhalb einer Beziehung es nicht wertschätzen, wenn der Partner seine Gefühle auf der Plattform offenbart. Eines der negativen Aspekte dabei ist der Verlust des sich "Einzigartig-Fühlens", der mit den Bekundungen einhergeht. Intime Gefühle werden somit nicht nur mit dem Partner, sondern mit der gesamten Facebook-Community geteilt wird. Die Forscher richteten für die Untersuchung mehrere Test-Profile ein. Je höher die Offenheit der persönlichen Gefühle war, umso geringer wurde die Intimität wahrgenommen.

"Es gibt zwei Seiten der Medaille. Details über die Intimität der Personen sollten innerhalb der Beziehung bleiben. Dabei meine ich nicht nur Sexualität, sondern beispielsweise Streitigkeiten oder Dinge, die zu einer persönlichen Kränkung führen können", erklärt Psychotherapeutin Claudia Bernt im Interview.

Auf der anderen Seite können bestimmte Facebook-Aktivitäten den Partner auch stolz machen, wie unter anderem die Änderung des Beziehungsstatus auf "In einer Beziehung". "Natürlich kann das auch heikel sein, wenn sich das Paar wieder trennt und der Status wieder geändert wird, da es den anderen kränken kann und es zusätzlich alle anderen auch mitbekommen. Der Zeitpunkt, um diese Veränderung Freunden und Bekannten mitzuteilen, kann nicht mehr selbst gewählt werden, wenn der Partner das soziale Netzwerk unabgesprochen durch die Statusänderung informiert", führt die Expertin aus. Eine positive oder negative Auswirkung auf den Partner sei demnach stets von den Inhalten abhängig.

Frauen tendenziell mitteilsamer

Ob Frauen oder Männer einen größeren Drang zum Veröffentlichen privater Angelegenheiten haben, kann die Fachfrau nur spekulieren. "Wenn man von den zahlreichen Therapiesitzungen, Geschlechterforschungen und Ähnlichem ausgeht, sind Frauen eher bereit, über ihre Gefühle zu sprechen als Männer", sagt sie.

Demnach sei es naheliegend, dass sie sich auch über Facebook mehr mitteilen. "Männer sind grundsätzlich vorsichtiger, denn alles, was mit Gefühlen zu tun hat, stellt auch eine Angriffsfläche dar", so Bernt.

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