Facebook von

Aktienkurs bricht erneut ein

Die Anleger straften die Social Network-Aktie erneut ab. Verlust von 8 Prozent

Facebook - Aktienkurs bricht erneut ein © Bild: REUTERS/Thayer

Die Aktie von Facebook hatte am gestrigen Montag einen der schlechtesten Tage seit dem Börsengang im Mai hinter sich: Das Papier des Social Media-Giganten verlor bis zum Handelsschluss in New York mehr als 8 Prozent auf 28,25 Dollar. Facebook liegt damit weit unter dem Ausgabewert von 30,50 Dollar.

Weshalb die Aktie seit ihrer Börsenemission beständig an Wert verliert, darüber sind sich Experten unsicher. Die Verkaufswelle könnte aber damit zusammenhängen, dass Facebook am 26. Juli seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegt. Zuletzt waren immer wieder Befürchtungen aufgekommen, dass sich das Wachstum des Sozialen Netzwerks deutlich verlangsamen könnte.

Problem ist dabei weniger die Nutzerzahl, die bei rund 900 Millionen liegt, sondern vielmehr die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen. Diese sind die Haupteinnahmequelle des von Mark Zuckerberg gegründeten Unternehmens.

Der Hintergrund: Viele Nutzer halten mittlerweile über die Smartphone-App von Facebook den Kontakt zu ihren Freunden. Die kleinen Bildschirme der Telefone erlauben es aber kaum, Werbung zu zeigen. Die Facebook-Strategen arbeiten fieberhaft daran, eine Lösung für dieses Dilemma zu finden.

Facebook ist nach dem verpatzten Börsengang allerdings ohnehin in Ungnade gefallen bei den Anlegern: Die Aktie war zu 38 Dollar verkauft worden und fiel schon am zweiten Handelstag wie ein Stein. Zwischenzeitlich kostete sie nur noch 25,52 Dollar, war dann aber wieder über die 30-Dollar-Marke

Abschreckend für andere Firmen
Das chaotische Handelsdebüt des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook hat den US-Markt für Neuemission offenbar vorübergehend fast zum Erliegen gebracht. Im zweiten Quartal sank die Zahl der Börsengänge an der Nasdaq und New Stock Exchange (Nyse) binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf elf, wie aus Daten des Verbandes der Kapitalbeteiligungsgesellschaften (NVCA) und von Thomson Reuters vom Montag hervorging. Der Berichtszeitraum war jedoch gemessen am Emissionsvolumen der stärkste in der Geschichte angesichts der 16 Milliarden Dollar schweren Ausgabe von Facebook-Aktien.

"Es besteht kein Zweifel, dass der Facebook-Flop und die Schuldenkrise in Europa im zweiten Quartal den Märkten geschadet hat", sagte Verbandspräsident Mark Heesen. Für den Rest des Jahres zeigte er sich jedoch optimistisch. Es stünden viele Börsenkandidaten bereit, die von Finanzinvestoren gestützt würden, ergänzte Heesen.