Europäische Zentralbank von

EZB: Nullzins-Politik verteidigt

Chefökonom: "Angemessene Reaktion auf schwache wirtschaftliche Lage"

Euro-Münzen fallen auf den Boden. © Bild: Marcel Krol/istockphoto.com

Der Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Praet, hat in einem Interview mit dem "Standard" die Nullzins-Politik der EZB als "angemessene und notwendige Reaktion auf die schwache wirtschaftliche Lage und die außergewöhnlich niedrigen Inflationsraten" verteidigt.

Die niedrigen Zinsen seien zwar "für einige eine kurzfristige Belastung, aber für alle ein langfristiger Gewinn", sagte Praet, denn sie würden dazu beitragen, dass sich die Wirtschaft erholt und die Inflationsrate auf das angestrebte Niveau zurückkehrt.

EZB-Rat: Griechen sollen Euro behalten

In der Debatte um die griechischen Staatsschulden mahnte Praet, dass ein Gläubigerland seine Zusagen auch einhalten müsse, um seine Glaubwürdigkeit nicht zu verspielen. "Je glaubwürdiger ein Land ist, desto geduldiger können Gläubiger sein und ihr Vertrauen schenken", so der EZB-Chefökonom. "Der EZB-Rat will, das Griechenland Mitglied der Währungsunion bleibt", bekräftige er frühere Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi.

EuGH urteilt über EZB-Politik zur Euro-Rettung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verkündet unterdessen am Dienstag sein Urteil im Streit um den möglichen Ankauf maroder Staatsanleihen in potenziell unbegrenzter Höhe durch die Europäische Zentralbank (EZB). Auf dem Prüfstand steht die Frage, ob die EZB mit diesem sogenannten OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) gegen EU-Recht verstößt, weil es notleidenden Staaten die Haushaltsfinanzierung über die Notenpresse der EZB auf Kosten andere Euro-Mitglieder ermöglichen könnte.

Auslöser des Streits war die Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi im Jahr 2012, die EZB werde notfalls unbegrenzt Staatsanleihen kaufen, um Finanzspekulationen gegen den Euro zu stoppen. Allein diese Ankündigung führte dazu, dass die Renditen zweijähriger spanischer Staatsanleihen damals um mehrere Prozentpunkte zurückgingen. Die Umsetzung des Programms war bisher nicht nötig.

Kommentare

strizzi1949
strizzi1949 melden

Im Prinzip treibt uns die EZB in die Armut! Auf der einen Seite werden Milliarden von EUROS neu gedruckt, sozusagen das Geld ungedeckt vermehrt! Auf der anderen Seite gibt es für unser Erspartes keine Zinsen mehr! Es wird also durch die ungedeckte Geldvermehrung immer weniger wert! Und keinen stört das? Kein einziger, der sog. Finanzexperten schreit auf, all die Finanzminister der EU-Staaten sind

strizzi1949
strizzi1949 melden

auf diesem Auge blind? Dabei trifft es doch uns alle, wenn diese EZB-Sache schief geht! Warum gibt es keine Haftung der Personen, die solche Sachen anordnen, wenn dann was schief geht? Die putzen sich dann damit ab, dass das halt Schicksal ist! Sauerei, das!

higgs70
higgs70 melden

naja, DKT-Geld halt und das nicht erst seit gestern.
Aber die Abfolge ist denkbar einfach, erst rettma die Banken mit unserem öffentlichen Geld und dann enteignens unser Privates. Keine halben Sachen halt.
Und dazwischen sitzen Betriebswirtsleerschädel und lallen was von wirtschaftlicher Vernunft.

Nudlsupp melden

@Strizzi: Unter Berücksichtigung der Giralgeldschöpfung sind Ihre Befürchtungen noch eine Potenz schlimmer als von Ihnen dargestellt. Meiner persönlichen Meinung nach, sind wir kurz vor einer erneuten großen Korrektur im Währungswesen. Ich bin der festen Überzeugung, daß unsere Generation noch eine Währungsreform erleben wird.

Der-Tiroler melden

Keiner schreit auf, weil dies ein billiges Mittel gegen die Staatsverschuldung ist. Da fast alle Staaten in Europa überschuldet sind, machen alle mit. Drauf zahlen alle Bürger der Staaten. Aber nicht die Reichen, weil diese halten anteilsmäßig zu ihrem Gesamtvermögen fast kein Geld auf ihren Konten sondern andere Vermögenswerte wie Immobilien oder Aktien.

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