EZB lässt Leitzins wie erwartet unverändert:
Schlüsselzins für Kredite weiterhin 4 Prozent

Analysten rechneten bereits einhellig mit Beschluss Seit Dezember 05 Satz in acht Schritten verdoppelt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Der Schlüsselzins für Kredite an Banken betrage weiterhin 4 Prozent, teilte die Zentralbank nach der Beratung des EZB-Rates mit. Analysten hatten einhellig mit diesem Beschluss gerechnet und ein Signal für eine weitere Zinserhöhung im September erwartet.

Der Zinsbeschluss wird in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erläutert, bei der Analysten ein Signal für eine Zinserhöhung im September erwarten. Normalerweise hält die EZB nach der August- Sitzung wegen der Ferienzeit keine Pressekonferenz ab. Doch hatte Trichet im Juli angekündigt, sich gegebenenfalls zu äußern.

Analysten hatten einhellig mit diesem Beschluss gerechnet und ein Signal für eine weitere Zinserhöhung im September erwartet. Die Finanzmärkte warten nun gespannt darauf, ob Trichet von "großer Wachsamkeit" angesichts der Risiken für die Preisstabilität sprechen wird. Damit hatte die EZB bisher fast alle ihrer acht Zinsschritte seit Ende 2005 einen Monat im Voraus angekündigt.

Seit Dezember 2005 verdoppelte die Zentralbank den Satz für ihre Kredite an die Geschäftsbanken in acht Schritten auf vier Prozent, um den Preisanstieg während des Aufschwungs im Zaum zu halten. Die EZB will die Teuerungsrate auf knapp zwei Prozent dämpfen. Seit September 2006 liegt die Inflationsrate auch in diesem Zielbereich. Doch die Währungshüter befürchten einen stärkeren Preisauftrieb ab Herbst und werden nach Vorhersagen von Analysten den Leitzins bis Dezember noch zweimal um jeweils 25 Basispunkte heraufsetzen auf dann 4,5 Prozent.

(apa/red)