EZB lässt Leitzins unverändert bei 3,5%: Analysten erwarten weitere Zinserhöhung

Zuletzt wurde Leitzins im Dezember angehoben

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins vorerst unverändert bei 3,5 Prozent. Dies entschieden die Währungshüter bei ihrer Sitzung in Frankfurt, wie EZB-Chef Jean-Claude Trichet mitteilte. Er deutete aber an, dass die Bank den Zinssatz, zu dem sich Banken in den 13 Staaten der Eurozone Geld bei der EZB ausleihen können, bei ihrer übernächsten Sitzung im März erneut anheben könnte.

In Großbritannien hob die Zentralbank den Leitzins dagegen überraschend um 0,25 Punkte auf 5,25 Prozent an, um den inflationären Risiken zu begegnen.

Die Zinspause der EZB war allgemein erwartet worden. Obwohl der Leitzins in der Eurozone auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren steht, nannte Trichet es weiterhin "essenziell", dass die EZB die inflationären Risiken "sehr genau" beobachte. Die Bank werde "entschlossen und rechtzeitig" reagieren, um die Preisstabilität zu gewährleisten.

Aus diesen Formulierungen schließen EZB-Beobachter, dass die Notenbank den nächsten Zinserhöhungsschritt schon ins Auge fasst, allerdings nicht schon für Februar, sondern erst für März. Wäre die Erhöhung schon für Februar anvisiert, hätte Trichet nach diesen Deutungen eher die schärfere Formulierung gebraucht, dass die EZB die inflationären Risiken "mit großer Wachsamkeit" verfolge.

Im vergangenen Jahr hatte die EZB den Leitzins insgesamt sechs Mal angehoben. Die Anhebung der Zinsen ist ein Mittel gegen die Inflation. Höhere Zinsen gelten aber zugleich auch als Konjunkturbremse, weil sie Investitionen für Unternehmen verteuern. Die Zinsentscheidungen der Notenbanken sind deshalb stets ein Balanceakt.

In London setzte die Bank of England den Leitzins auf den höchsten Stand seit Juli 2001 herauf. Begründet wurde dies mit den wachsenden Risiken für die Preisstabilität auf der Insel. Die britische Inflationsrate war im November auf 2,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen - dies war das höchste Niveau seit dem Amtsantritt von Premierminister Tony Blair im Jahr 1997.

(apa/red)