Extremwert-Studie mit kühner Prognose:
100-m-Sprint sind in 9,29 Sekunden möglich

Bei 200 Meter könnte Grenze bei 18,63 Sek. sein

Extremwert-Studie mit kühner Prognose:
100-m-Sprint sind in 9,29 Sekunden möglich © Bild: APA

Meter in 9,29 Sekunden? Durchaus möglich. Diese kühne Prognose wagte John Einmahl. Der Mathematik-Professor von der Universität Tilburg/Niederlande und sein Kollege Jan Magnus haben vor zwei Jahren berechnet, wo die menschlichen Grenzen in 14 Leichtathletik-Disziplinen liegen. Die Basisdaten stammen vom Marathon, von den Zehnkampf-Disziplinen der Männer, vom Siebenkampf der Frauen und vom 10-km-Lauf. Analysiert wurden die persönlichen Bestzeiten von 1.546 Leichtathleten und 1.024 Leichtathletinnen.

Beispiel 100-m-Lauf: Behält Einmahl Recht, könnte der erst aufgestellte Fabelweltrekord des Jamaikaners Usain Bolt (9,69 Sekunden) immerhin noch um vier Zehntel verbessert werden. Dann ist Schluss - theoretisch. Über 200 Meter (Michael Johnson/USA/19,32) ist das Ende der Fahnenstange laut Extremwert-Theorie erst bei 18,63 Sekunden erreicht.

Im Gegensatz zu früheren Weltrekord-Studien haben die Tilburger Professoren die Bestleistungen nicht über lange Zeiträume hinweg analysiert und auch keine physiologischen Daten erhoben. "Größe, Gewicht, Alter, Muskelmasse oder Talent spielten keine Rolle. Auch die Zeitprogression war nicht unsere Methode. Wir haben gar nicht die Absicht, den Weltrekord im Jahr 2525 vorauszusagen", betonte Einmahl. Ob es so lange dauert, bis ein Mensch die 100 Meter erstmals in 9,29 Sekunden zurücklegt, ist fraglich. Die Sprinter brauchten jedenfalls vier Jahrzehnte, um 26/100 aufzuholen: Zwischen den Weltrekorden von Jim Hines (USA/1968 - 9,95) und Bolt (2008 - 9,69) liegen 40 Jahre.

(apa/red)