Extremismus von

Pegida-Spaziergang war
Rechtsextremen-Treffen

Das "Who is Who" der heimischen Szene gab sich am Montag ein Stelldichein

© Video: NEWS.AT

Der Doch-nicht-Spaziergang des heimischen "Pegida"-Ablegers am Montagabend in der Wiener Innenstadt hat laut einem Rechtsextremismus-Experten vielfach einschlägig bekannte Vertreter der heimischen Szene angezogen. Über die Kernszene des Wiener Rechtsextremismus sei die unfreiwillige Standkundgebung nicht hinausgekommen, lautete die vorliegende Einschätzung des Kenners der Szene.

So traten laut den Beobachtungen des ungenannt bleiben wollenden Experten Spitzen der als extrem rechts eingestuften "Identitären" auf. Weiters seien Vertreter zum Beispiel der einschlägig bekannten, vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands als rechtsextrem eingestuften schlagenden Burschenschaft Olympia gesichtet worden, so der Experte.

Identitären-Demo
© APA/HERBERT PFARRHOFER Umzug der Identitären

Identitäre, "Unsterblich", "Service Crew"

Dazu gesellten sich Sympathisanten des mittlerweile verbotenen neonazistischen Fußball-Fanklubs "Unsterblich" und der dem neonazistischen Skinhead-Netzwerk "Blood&Honour" zuzurechnenden Wiener Band "Service Crew". Während die "Unsterblichen" wegen ihrer Gesinnung von der Austria aus dem Stadion verbannt wurden, trat der "Service Crew"-Anhang im Umfeld Rapids auf. Auch bei Gottfried Küssels verbotener Volkstreuer Außerparlamentarischen Opposition (VAPO) wurden die Rechtsrocker gesichtet.

Gerd-Honsik-Anhänger und Motorradclubs

Dazu kamen dem Experten zufolge Einzelkämpfer des nazistischen Spektrums sowie Anhänger von Gerd Honsik und anderen Szenegrößen auf. Laut der vor allem von Ex-Nationalratsabgeordneten Karl Öllinger (Die Grünen) betriebenen Plattform "Stoppt die Rechten" waren auch Vertreter von einschlägigen Motorradclubs unter den "Pegida"-Demonstranten, etwa aus der Steiermark.

Aufruf zu Konsequenzen

Die beobachteten rechtsradikalen Auswüchse haben am Dienstag Rufe nach politischen Konsequenzen laut werden lassen. Bundesrats-Vizepräsidentin Inge Posch-Gruska (SPÖ) forderte ein Vorgehen gegen jede Form von Diskriminierung. SOS Mitmensch verlangte ein Verbot derartiger Aufmärsche, und auch die Grünen meinten, dass es dafür in Wien keinen Platz geben dürfe.

Anlässlich einer Buchpräsentation im Parlament zum 20. Jahrestag des Rohrbombenanschlages in Oberwart, bei dem vier Roma getötet worden sind, erklärte Bundesats-Vizepräsidentin Posch-Gruska unter Bezugnahme auf die islamfeindliche Pegida-Bewegung laut Parlamentskorrespondenz: "Wir dürfen uns nicht sicher sein, dass sich Ausgrenzung, Hass und Menschenhatz nicht wiederholen. Gerade wenn unter dem Deckmantel einer 'BürgerInnenbewegung' von 'Pegida' Hetze auf die Straße getragen wird, müssen wir klar Stellung beziehen: Wir haben die Verantwortung, gegen jede Form der Diskriminierung vorzugehen und auch für soziale Entwicklungsmöglichkeiten aller Menschen in Österreich zu sorgen". Auch die Präsidentin des Bundesrats, Sonja Zwazl (ÖVP), sieht alle Menschen in der Gesellschaft gefordert, jeglicher Form von Ausgrenzung mit einer klaren Botschaft entgegenzutreten: "Gewalt - körperliche ebenso wie verbale - ist grundsätzlich der falsche Weg", betont Zwazl.

Keine weiteren "Naziaufmärsche"

SOS Mitmensch ruft die Behörden dazu auf, keine weiteren "Naziaufmärsche" mehr in Wien zuzulassen. "Pegida hat in Österreich den Neonazismus auf die Straße gebracht und für schaurige Szenen in Wien gesorgt. Das darf sich nicht wiederholen", sgte SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak in einer Aussendung. Auch der stellvertretende Klubobmann der Grünen, Albert Steinhauser, bezeichnete die beobachteten rechtsradikalen Vorfälle als "inakzeptabel und skandalös. Dafür darf es in Wien keinen Platz geben." Für Steinhauser ist es "völlig unerklärlich", warum die Polizei nicht reagiert habe. Er will nun parlamentarisch klären, wie es dazu kommen konnte und ob die Polizei von diesen Ausfällen tatsächlich nichts mitbekommen habe. Der Grüne fordert zudem wie SOS Mitmensch eine klare Distanzierung der FPÖ von den rechtsextremen Vorfällen, die FPÖ war auf der Demonstration durch den ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf vertreten.

Kirchen lehnen Pegida einhellig ab

Eine "einhellige Ablehnung" der Pegida-Bewegung durch alle christliche Kirchen in Österreich hat unterdessen der Pressesprecher der ökumenischen Stiftung "Pro Oriente", Erich Leitenberger, festgestellt. Bereits im Vorfeld der Demonstration sei es zu einem Schulterschluss der christlichen Kirchen gekommen.

Kommentare

christian95 melden

Früher waren es die Opernball-Demos. Seit Rot-Grün in Wien wurden die Studenten auf die FPÖ umgepolt. Es ist doch kein Zufall, dass die Uni Wien immer wieder solche radikalen (rechts und links) hervor bringt! Da ist doch klein Unterschied zu den radikalen Koranschulen! Das ist die Eliten vom Morgen! Heute bekämpfen sie sich gegenseitig mit Messern und Schlagringen, morgen gehen sie ohne

christian95 melden

.... sozialem Gewissen gegen die Arbeiterschaft vor.
Die Uni Wien bildet schon den nächsten Jahrgang radikaler Studenten aus, nächstes Jahr müssen wiederum Polzisten ihren Kopf hin halten.
Statt einzuschreiten starrt die Politik wie das Kaninchen auf die Schlange....

christian95 melden

"Gebt ihnen Waffen und wir haben einen Bürgerkrieg wie Jugoslawien oder Ukraine im eigenen Land" - das darf doch nicht sein!!!!!!

andi56 melden

Der Unmut vieler ist das in Wien die Wiener zur Minderheit geworden sind, dazu haben viel Politiker mächtig dazu beigetragen, irgend wann störts einfach , und irgend wann wird es einfach unerträglich der Fremde zu sein in der eigenen Stadt. Wir haben einen Punkt erreicht wo man aufpassen muss, das sich nichts wiederholen muss.

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Der Anteil der Ausländer in Wien beträgt 20 %. "Es" muss sich nichts wiederholen. Wenn eine Wiederholung stattfindet, dann nur, weil Menschen, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben, sie verursachen.

Nicht daß ich unterstellen möchte, daß alle die bei Pegida mitmachen, braun oder rechts sind, aber es ist schon sehr bezeichnend, dass es in diesem Ausmaß die Ansammlung der Rechtsextremen gibt, und mittendrin ein Spitzenpolitiker der F, Die Frage vom Tiroler an Christian95 möchte ich ihm auch gerne stellen. Ist das die Änderung die wir Normalbürger wirklich nicht wollen sonder nur Ewiggestrige?

eintiroler melden

Wiedermal wurde das wahre Gesicht der FPÖ Sympathisanten gezeigt.
Nein, es waren keine links Radikalen, es war der braune Abschaum, die meisten davon FPÖ Wähler.

eintiroler melden

Noch was, lieber Christan95 und CO, ist das die von euch so sehr herbei ersehnte Veränderung in Österreich, die ihr wollt?

eintiroler melden

Und auch sehr wichtig ist, dass die deutschen Asis bei uns demonstrieren.

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