"Extrem interessanter Markt: "Erste Bank-Chef Treichl will in Ukraine expandieren

Großbank will frühestens 2007 weiter zukaufen Scharfe Kritik an Bank Burgenland Verkaufsprozess

Die Erste Bank interessiert sich für einen Einstieg in der Ukraine. Und wenn man erst einmal in der Ukraine Fuß gefasst habe, könnte man sich künftig auch einmal für Russland interessieren, erklärte Erste-Boss Andreas Treichl.

In einem Interview im "Standard" lässt Treichl am Verkaufsprozess bei der Bank Burgenland kein gutes Haar. Restriktionen in der Ukraine - "ein extrem interessanter Bankenmarkt" - befürchte er nicht.

Zum Verkauf der Bank Burgenland spricht Treichl von einer "jämmerlichen" Vorgangsweise, die kein gutes Bild auf Österreich werfe. "Wenn man keine Ukrainer oder keine Ausländer oder keine Nichtbanken als Käufer haben wollte, hätte man die Ukrainer eben nicht in den Verkaufsprozess lassen sollen. So aber waren die Burgenländer extrem ungerecht und unfair zu den Ukrainern. Dass jemand, der rund 50 Prozent mehr gezahlt hätte, nicht zum Zug kommt, nur weil er Ausländer ist - das ist peinlich", findet der Erste-Bank-Boss.

Er fürchtet dennoch in der Gegenrichtung keinen Schaden für österreichische Unternehmen in der Ukraine. "Ich hoffe, dass die Ukrainer professionell agieren und nicht Rache an den österreichischen Investoren üben. Uns selbst stört das aber alles nicht - obwohl wir die Ukraine für einen extrem interessanten Bankenmarkt halten", so Treichl in dem Interview. Nachsatz: "Mich wundert ja mehr, dass die Ukrainer finden, dass das Burgenland ein interessanter Bankenmarkt ist."

Die Erste will nach dem jüngsten Rekorddeal in Rumänien (BCR) frühestens Mitte 2007 wieder groß in Osteuropa einkaufen. (apa/red)