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Wie die Extrawurst
im Test abschneidet

Konsumentenschützer schlagen bei verpackter Extrawurst Alarm - die Testergebnisse

Extrawurstsemmel © Bild: APA/ROBERT JAEGER

Ob in der Semmel oder am Brot - die Extrawurst ist in Österreich heißbegehrt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun offene und verpackte Extrawurst getestet. Bei der verpackten Variante haben die Tester ein Problem mit der Haltbarkeit geortet: Jede fünfte Probe war ungenießbar.

Diese 3 Wurstsorten sind durchgefallen

Getestet wurden insgesamt 20 Produkte, sowohl offen als auch verpack. Darunter waren auch Variationen wie Putenextra, Kalbspariser, fettreduzierte Wurst und Bio-Ware. Offene Wurst wurde laut VKI sofort untersucht, verpackte zum Mindesthaltbarkeitsdatum überprüft. Das Ergebnis bei verpackter Ware sei alarmierend. Von den 16 Proben fielen 3 mit "nicht zufriedenstellend" durch, wie der Verein in einer Aussendung mitteilt. Dabei handelt es sich um die Marken Pöttelsdorfer Edelputen Extra, Juffinger Bio-Putenextrawurst und Ja! Natürlich Kalbspariser. Nur vier Produkte waren "sehr gut".

Offene Wurst schneidet besser ab

Getestet wurde in Wien und in Niederösterreich: Die Konsumentenschützer haben Proben in Supermärkten, bei Diskontern, in einem Bio-Markt und bei einem Fleischer eingekauft, wobei das Hauptaugenmerk auf verpackte Ware gelegt wurde. Offene Wurst ging viermal über die Feinkosttheke: Die Sorten dieser Gruppe haben sich laut Experten nicht sehr stark voneinander unterschieden, weder preislich (alle 12-13 Euro pro kg) noch qualitativ.

Mit Bakterien belastet

Bei der verpackten Extrawurst habe es schon mehr zu entdecken und auch zu bemängeln gegeben, wie der VKI kritisiert. Der Preisunterschied ist mit einem Bereich zwischen 4,95 Euro und 28,63 Euro pro Kilogramm enorm. Und auch der Qualitätsunterschied ist gravierend. Dabei hat sich gezeigt, dass der Preis nicht unbedingt die Qualität widerspiegelt. Die 4,95-Euro-Extra schnitt sehr gut ab, während die 28,63-Euro-Hochpreiswurst am letzten Tag der Mindesthaltbarkeit bereits stark mit Bakterien belastet war.

"Das Wichtigste auch bei der Extrawurst ist der baldige Verzehr", sagt Birgit Beck, Projektleiterin Untersuchung im VKI. Um auf Nummer sicher zu gehen, solle man die Wurst nicht bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums aufheben.

Nach diesen Kriterien wurde getestet

Die Extrawurstscheiben wurden im Labor von Experten auf Aussehen und Geruch begutachtet und mikrobiologisch analysiert. Bewetet wurde auch der Geschmack, wobei neben den Experten auch Laien verkosten durften. Weitere Untersuchungsmerkmale waren die Zusammensetzung der Würste, die Kennzeichnung und die Herkunft. Nur das rote AMA-Gütesiegel garantiert laut VKI die heimische Herkunft. Sonst würde das Kleinfleisch von Schweinen in der Wursthaut meist aus Holland, Deutschland oder Polen stammen. Oft würden nicht einmal die Produzenten so genau wissen, woher ihr Fleisch kommt.

Gefärbte Wurst

Die Konsumentenschützer haben weiters festgestellt, dass 7 von 16 verpackten Produkten mit dem roten Farbstoff der Scharlach-Schildlaus versetzt wurden, um die Farbe der Wurst aufzupeppen. Eine andere für den VKI unlautere Methode ist, das Sichtfenster der Verpackung rosa zu tönen. Der durch die ungeöffnete Verpackung vermittelte Eindruck der Ware entspreche nicht ihrer tatsächlichen Beschaffenheit. Das gelte als potentielle Irreführung des Verbrauchers.

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