Explosion in Munitionsdepot: Mehr als 90 Tote & 300 Verletzte bei Drama in Mosambik

Bomben, Minen, Raketen: Bevölkerung in Panik Feuer löste Explosionen in Waffenlager aus

Explosion in Munitionsdepot: Mehr als 90 Tote & 300 Verletzte bei Drama in Mosambik

Eine Serie von Explosionen im größten Munitionsdepot in Mosambik hat mindestens 93 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 300 weitere wurden während des stundenlangen Infernos verletzt, darunter zahlreiche Kinder, wie das Gesundheitsministerium des südafrikanischen Landes mitteilte.

Tausende Menschen verbrachten die Nacht im Freien, nachdem die Polizei das Gelände in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Maputo abgesperrt hatte. Die Regierung ordnete drei Tage Staatstrauer an und ließ die Flaggen auf halbmast setzen.

Opferzahl könnte noch steigen
Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, erklärte Gesundheitsminister Ivo Garrido. Unter den Opfern seien neben Mitarbeitern der Streitkräfte, die in dem Waffen- und Munitionslager arbeiteten, auch Anwohner des dicht besiedelten Viertels. Er habe an einen Putsch gedacht, sagte Jamisse Ossumane, der in seinem Haus von einem herumfliegenden Trümmerteil getroffen und am Rücken schwer verletzt wurde.

Hunderte Menschen warteten dem Krankenhaus auf Informationen über Angehörige. Auf Fernsehbildern waren verbrannte Leichen in den Trümmern zerstörter Häuser zu sehen. Während des Großbrandes barsten Fensterscheiben, Gebäude schwankten in der Wucht starker Explosionen. Durch die Flammen gezündete Raketen prasselten auf Wohngebiete herab. Unter der Bevölkerung brach Panik aus.

Krisensitzung
Präsident Armando Guebuza besuchte Verletzte im Krankenhaus und kündigte an, das Depot zu verlegen. Dort werden alte Waffen und Munition aus dem langen Bürgerkrieg in Mosambik gelagert. Guebuza sagte einen Besuch in Südafrika ab und berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein. In einer Fernsehansprache am Donnerstagabend rief er die Bevölkerung zu Ruhe auf. Das Innenministerium ordnete die Zerstörung der übrig gebliebenen Munition an. Außerdem wurden die Polizeikräfte verstärkt, um Plünderungen verlassener Häuser in der Umgebung des Unglücksorts zu verhindern.

Ursache war Hitze
Ursache des Brandes, der die Explosionen in dem alten Lagergebäude auslöste, war nach Angaben des Vereidigungsministeriums vermutlich die derzeitige Hitze in Mosambik. Am Donnerstag wurden 35 Grad Celsius gemessen. Im Januar hatte es in dem Waffendepot schon einmal gebrannt, die Behörden führten das Feuer damals ebenfalls auf die hohen Temperaturen zurück.

Mosambik leidet außerdem unter den Folgen heftiger Überschwemmungen, die seit Januar zehntausende Menschen in die Flucht getrieben haben. Die Situation verschlimmerte sich noch, als im Februar ein Wirbelsturm die Küste traf.

(apa/red)