Experten beruhigen "Bruno"-Freunde: Bär starb sehr schnell und musste nicht leiden

Obduktion: Tier starb an Lungen- und Leberschuss 2.000 Mails mit Beschimpfungen gegen den Jäger

Braunbär "Bruno" war nach Expertenansicht sehr schnell tot. Bei einem Lungen- und Leberschuss verblute ein Tier in Sekundenschnelle, sagte Prof. Hans-Georg Liebich, Vorstand des Instituts für Tieranatomie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Der Kreislauf breche zusammen. Wenn außerdem - wie die vom bayerischen Umweltministerium veröffentlichte Obduktion ergab - die Lunge kollabiere, könne das Tier nicht mehr atmen. "Er hat sicherlich nicht gelitten."

Ähnlich äußerte sich auch der Naturschutzreferent des Landesjagdverbandes Bayern, Eric Imm. "Schüsse, die im Brustkorb landen - Herz- oder Lungenschüsse - sind innerhalb kürzester Zeit tödlich", sagte Imm. "Es war ein tierschutzgerechtes Töten." Wenn Projektile nicht gut treffen, liefen die schwerst verletzten Tiere vor dem Verenden oft in Panik noch hunderte Meter und müssten dann gesucht werden. "Eine Nachsuche war aber hier offensichtlich nicht notwendig."

Imm unterstrich noch einmal, dass es sich bei dem erfolgten Abschuss des aus dem italienischen Trentino stammenden "Bruno" um eine sicherheitspolitische Maßnahme gehandelt habe. "Das hat mit Jagd nichts zu tun." Dennoch seien beim Landesjagdverband bisher an die 2.000 E-Mails und Briefe mit Beschimpfungen bis zu Morddrohungen eingegangen. Die Telefone seien heiß gelaufen.

Die Ansiedlung von Bären in Bayern sei ein Naturschutzthema und kein Jagdthema. Auf die Ankunft eines möglichen neuen zottligen Zuwanderers aus Österreich oder Italien müsse sich der Freistaat in zweifacher Hinsicht vorbereiten. Für die Betroffenen müsse die Entschädigung etwa für gerissene Tiere geklärt sein. "Und es muss auch eine breite Öffentlichkeit informiert werden", sagte Imm mit Blick auf Wanderer, die "Bruno" gefolgt waren. "Es kann nicht sein, dass Leute dem Bären nachsteigen und Bären-Watching betreiben. Es ist fast ein Wunder, dass nichts passiert ist." (apa/red)