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Die Details des geplanten
AUVA-Umbaus

Exklusiv - Die Details des geplanten
AUVA-Umbaus © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

News zeigt den Vorstandsvorschlag des AUVA-Obmanns, der bisher unbekannte brisante Details enthält

Schon seit Tagen ist die Zukunft der AUVA in aller Munde. Erst war von einer Zerschlagung die Rede, dann wurden Einsparungen von 500 Millionen Euro von der Unfallversicherung gefordert. Eine Summe, die von den Funktionären der vom Sozialversicherungsträger stets als unrealistisch zurück gewiesen wurden.

Das gesamte AUVA-Dokument zum Nachlesen

Am Montag präsentierten Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und ÖVP-Klubobmann August Wöginger dann aber doch mit AUVA-Obmann Anton Ofner ein gemeinsames Verhandlungsergebnis über 428 Millionen Euro. 135 Millionen davon soll, wie berichtet, die AUVA selbst aufbringen, der Rest soll durch gesetzliche Maßnahmen herein kommen.

© AUVA

Spannende Vorstandssitzung

Der Haken an der Sache: Dieser Plan muss erst am Dienstag, den 21. August, vom AUVA-Vorstand abgesegnet werden, um tatsächlich wirksam zu werden. Während Obmann Ofner überzeugt ist, dass die Vorstandsmitglieder seinem Vorschlag folgen werden, regt sich innerhalb der AUVA immer mehr Widerstand (mehr dazu in der morgen, 17. August, erscheinenden News-Printausgabe Nr.33/18).

Neuer Kollektivvertrag

Nun liegt News genau dieser Vorstandsvortrag von Obmann Ofner exklusiv vor. In den nachfolgenden Auszügen ist unter anderem ersichtlich, dass tatsächlich die Unfallkrankenhäuser über eine neue Gesellschaft geführt werden sollen. Auch wenn diese eine hundertprozentige AUVA-Tochter ist, ist davon auszugehen, dass auf neue Mitarbeiter künftig ein anderer – und vermutlich schlechterer – Kollektivvertrag angewendet wird. Damit gibt es zwar nicht unmittelbar, aber vermutlich auf lange Sicht, sehr wohl Einsparungen bei den Beschäftigten – was bislang von der Regierung stets zurückgewiesen wurde.

Traumabehandlung im AKH

Ebenfalls auffällig: Der ausführliche Bezug auf eine künftig verstärkte Zusammenarbeit mit dem AKH Wien bei der Traumabehandlung. Im Vortrag von Ofner ist von einer „Vorstufe für die Etablierung eines Traumanetzwerkes in Ostösterreich“ zu lesen. „Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das AKH irgendwann zumindest das Zepter bei den Traumazentren übernimmt“, sagt ein Insider. Zweifellos keine schöne Vorstellung für die Unfallchirurgen der AUVA, die international hoch anerkannt sind. "Eine solche Änderung ist derzeit nicht vorgesehen", widerspricht indes ein AUVA-Funktionsträger: "Seit dem Frühsommer stellen wir dem AKH lediglich 24 Akutbetten zur Verfügung, damit ihre Trauma-Patienten nicht am Gang liegen müssen." Darüber hinaus sei nichts geplant.

Landeskrankenhäuser übernehmen

Auch die im Papier angesprochene verstärkte Zusammenarbeit mit den Landeskrankenhäusern in den Bundesländern ist noch von entsprechenden Landtagsbeschlüssen abhängig. Mit Ausnahme von Kärnten ist hier aber noch lange nichts in trockenen Tüchern. Vor allem in der Steiermark soll sich die Landesregierung bislang weigern, Kosten der AUVA-Krankenanstalten zu übernehmen. Für viele kommt diese Maßnahme außerdem einer Übernahme von Unfallkrankenhäusern oder Reha-Einrichtungen durch die Länder gleich, wie es etwa im Fall des UKH Kalwang geplant ist.

Alternativlos

Interessant ist die schriftliche Begründung von Obmann Ofner für den Beschluss seines Vorstandsvortrages. So listet er am Ende des Textes detailliert auf, was im Regierungsprogramm, in Beschlüssen von Nationalrat und Bundesrat sowie im dazugehörigen Ministerratsvortrag zur AUVA niedergeschrieben wurde. Als Resümee schreibt Ofner: „Der angeführte Maßnahmenkatalog (…) ist also eine notwendige Voraussetzung für den Fortbestand der AUVA.“ Sprechen sich seine Vorstandsmitglieder also gegen seinen Vorschlag aus, sei das Ende der AUVA alternativlos. Am Dienstag wird sich weisen, ob seine Kollegen in der Unfallversicherung das ebenso sehen.