Ex-Konsum-Chef zahlt Bawag-Kredit zurück:
Elsner habe Gerharter das Geld "geschenkt"

707.000 Euro sollen noch diese Woche zurückgehen Gerharter landet trotzdem auf der Anklagebank

Der ehemalige Konsum-Generaldirektor Hermann Gerharter wird jenes Geld zurückzahlen, das ihm der frühere BAWAG-Chef Helmut Elsner "geschenkt" haben soll. Gerharter hatte im Jahr 2002 bei seiner Hausbank um ein Darlehen zur Finanzierung offener Gerichtsgebühren angesucht, worauf ihn Elsner in sein Büro bestellt und ihm ein Plastiksackerl voller Banknoten überreicht haben soll. Der Kredit wurde anschließend als uneinbringlich ausgebucht.

"Die insgesamt 707.000 Euro werden noch diese Woche an die BAWAG bezahlt. Wir haben das mit den Anwälten der Bank geklärt, das Geld ist bereits zur Gänze aufgebracht", gab Gerharters Rechtsbeistand Manfred Ainedter auf APA-Anfrage bekannt.

Trotzdem auf Anklagebank
Dessen ungeachtet wird der im Zusammenhang mit der Konsum-Pleite wegen fahrlässiger und betrügerischer Krida abgeurteilte Gerharter wohl neuerlich auf der Anklagebank landen. Bei der Wiener Staatsanwaltschaft nahm man die freiwillige Rückgabe des Geldes zwar wohlwollend zur Kenntnis, "aber einen Sachverhalt, der alle Tatbestandsmerkmale der Untreue aufweist, kann man nicht ungeschehen machen", hieß es dazu.

Aber wesentlicher Milderungsgrund
Die Anklagebehörde hält an ihren Ermittlungen gegen Gerharter wegen Beitragstäterschaft zur Untreue fest, "weil nun ein Mal tätige Reue bekanntlich nur dann in Frage kommt, wenn man Schadensgutmachung betreibt, bevor die Strafverfolgungsbehörden von einer ungesetzlichen Vorgangsweise erfahren haben." Gerharter dürfe aber mit "einem wesentlichen Milderungsgrund rechnen", so die Staatsanwaltschaft.

Bis zu zehn Jahre Haft
Das Strafgesetzbuch sieht für Untreue bis zu zehn Jahre Haft vor. "Gerharters nunmehriges Verhalten müsste schon sehr stark mildernd sein", hofft sein Anwalt.

580.000 Euro "vergessen"
Dieser hatte bereits angekündigt, sein Mandant werde jene 580.000 Euro an offenen Prozess- und Sachverständigenkosten überweisen, auf deren Geltendmachung das Wiener Landesgericht für Strafsachen jahrelang versehentlich "vergessen" hatte.

(apa/red)