Ex-Generalstabschef will weiterkämpfen:
Entacher mit Termin bei Bundespräsident

Geschasster General will auf Vorwürfe reagieren Verteidigungsminister Darabos muss auch zu Fischer

Ex-Generalstabschef will weiterkämpfen:
Entacher mit Termin bei Bundespräsident
© Bild: APA/Fohringer

Der von Verteidigungsminister Norbert Darabos abgesägte Generalstabschef Edmund Entacher hat Bundespräsident Heinz Fischer unter vier Augen über seine Lage informiert. Inhalt des 45-minütigen Gesprächs in der Hofburg war das Versetzungsverfahren, das der General rechtlich bekämpft. Inhaltliche Details wollte Entacher mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht preisgeben.

Bundespräsident Heinz Fischer erhoffte sich in einer Aussendung einen raschen Abschluss des Verfahrens. "Ich fühle mich im Recht und werde darum kämpfen", so Entacher kämpferisch. Das Gespräch mit dem Bundespräsidenten, der sich über die Absetzung öffentlich kritisch geäußert hatte, sei "sehr, sehr gut" verlaufen und er habe sich sehr darüber gefreut. Er habe den Bundespräsidenten über den Stand des laufenden Verfahrens informiert. Die Frage, ob Fischer ihm seine Unterstützung oder Sympathie bekundet habe, beantwortete Entacher indirekt. Zwischen ihm und dem Staatsoberhaupt gebe es eine "gute Chemie" und ein gutes Arbeitsverhältnis.

Was die nächsten Schritte in dem Verfahren betrifft, will Entacher auf das ihm vom Ministerium zugeschickte 90-seitige Konvolut mit angeblichen Verfehlungen reagieren. Danach erwarte er den Versetzungsbescheid des Dienstgebers. Inhaltlich wollte der General das Papier des Ministeriums "nicht bewerten". Er fühle sich aber nicht gemobbt, sagte Entacher auf eine entsprechende Frage. Der abgesetzte General gab sich dennoch kämpferisch. Er werde mit "größter Wahrscheinlichkeit" die Versetzung beeinspruchen.

Darabos mit Termin bei Fischer
Nach der Unterredung mit Entacher, der übrigens dem Bundespräsidenten mit einem roten Aktenkoffer in der Hand seine Aufwartung machte, soll dem Vernehmen nach Verteidigungsminister Darabos einen Termin beim Oberbefehlshaber haben.

Fischer selbst begründete die heutige Begegnung damit, dass er auf direkte Informationen sowohl vom Verteidigungsminister als auch vom General Wert lege. Thema sei - neben der Lage in Libyen - eben die aktuelle dienstrechtliche Situation Entachers gewesen.

(apa/red)

Kommentare

Heinz Fischer Ich finde es echt super, dass sich unser roter Heinzi in diese Sache einmischt. Das macht nach aussen das super Bild, der Bundespräsident stellt sich öffentlich gegen einen Minister der Regierung die er angelobt hat. Glücklicherweise kann er in der Sache keine Weisungen erteilen, weil sonst würde das bestehende Chaos ja noch viel grösser. Er mag zwar "formell" der Oberbefehlshaber sein, aber wirklich geht den Typen die Sache nichts an, finde ich.

Daraposch müste mit seinen Heer wie Napoleon, in Libyen einmaschieren ,und das grausliche Gadaffi Regime vertreiben ! Er hätte noch eine Rechnung offen, hatte er doch den Grundwehrdienst geschwänzt ,und könnte sich jetzt von seinen Freund General Entacher wertvolle Tips holen !

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