Ex-Diktator "Baby Doc" wieder in Haiti: Rückkehr Duvaliers nach 25 Jahren aus Exil

Kam kam seiner Frau Veronique aus Frankreich Duvalier 1986 bei Volksaufstand außer Landes gejagt

Ex-Diktator "Baby Doc" wieder in Haiti: Rückkehr Duvaliers nach 25 Jahren aus Exil © Bild: APA/EFE/Casares

Der frühere haitianische Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier (59) ist nach fast 25 Jahren im französischen Exil überraschend in seine Heimat zurückgekehrt. Duvalier landete am Sonntag an Bord einer Air-France-Maschine in Port-au-Prince und wurde am Flughafen von Anhängern begrüßt. Die Rückkehr kommt für Haiti in einem schlechten Moment der humanitären und politischen Krise.

Duvalier, der von seiner Frau Veronique begleitet wurde, trug einen dunklen Anzug und Krawatte. Später zeigte sich Duvalier auf einem Balkon des Hotels Karibe und winkte Anhängern und Journalisten zu. Er sagte lediglich "morgen, morgen" - offensichtlich eine Anspielung auf eine Pressekonferenz. Ein Mitarbeiter sagte, Duvalier sei froh, wieder zu Hause zu sein. Er sei nach dem langen Flug müde und werde eine Pressekonferenz geben.

Duvalier war 1986 bei einem Volksaufstand außer Landes gejagt worden und lebte zuletzt in Paris. Eine Hand voll Anhänger hatte sich für seine Rückkehr eingesetzt und eine Stiftung gegründet, um das Image des einstigen Tyrannen aufzupolieren und seine Partei wiederzubeleben. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 1971, nach dem Tod seines Vaters Francois ("Papa Doc"), war Jean-Claude Duvalier mit 19 Jahren der jüngste Präsident weltweit.

Ministerpräsident Bellerive zur Rückkehr
Ministerpräsident Jean-Max Bellerive erklärte, falls Duvalier in irgendwelche politische Aktivitäten verwickelt sei, wisse er nichts davon. "Er ist ein Haitianer und es steht ihm als solchem frei, nach Hause zurückzukehren", sagte er. Im Herbst 2007 hatte Präsident Rene Preval erklärt, Duvalier könnte nach Haiti zurückkehren, müsste sich dann aber vor der Justiz für den Tod von Tausenden Menschen und der Veruntreuung von Millionen Dollars verantworten. Jean-Claude und sein Vater, Francois "Papa Doc" Duvalier, hatten politische Gegner gefoltert und getötet.

Duvaliers Rückkehr kommt zu einer Zeit, in der Haiti noch immer mit den Folgen des verheerenden Erdbebens vor fast genau einem Jahr zu kämpfen hat und auch die politische Situation nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vom 28. November unklar ist. Drei Kandidaten streiten sich um den Einzug in die Stichwahl.

Menschenrechtsorganisation fordert Prozess
Nach der Rückkehr des früheren haitianischen Diktators Jean-Claude Duvalier in seine Heimat hat eine Menschenrechtsorganisation des Landes einen Prozess gegen den 59-Jährigen gefordert. "Duvalier muss sich darauf einstellen, vor Gericht zu zahlreichen Verbrechen Stellung zu nehmen, die er während seiner Herrschaft begangen hat", sagte Pierre Espérance, Vertreter des Nationalen Netzwerks zur Verteidigung der Menschenrechte (RNDDH) der Nachrichtenagentur AFP. Der heute 59-Jährige sei für Massaker und Folter verantwortlich. Dies seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die nicht verjährten.

(apa/red)