Ex-AvW-Prokurist wurde festgenommen:
Nach Verhör drohte Verdunkelungsgefahr

Vorwürfe wurden auch gegen Finanzinstitute erhoben Von Prokurist verursachter Schaden beträgt 50 Mio. €

Ex-AvW-Prokurist wurde festgenommen:
Nach Verhör drohte Verdunkelungsgefahr © Bild:

Der Ex-Prokurist der Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW, für den die Unschuldsvermtung gilt, ist wegen Verdunkelungsgefahr festgenommen worden. Das erklärte sein Anwalt Werner Tomanek. Zuvor sei er fünf Stunden lang von der Wirtschaftsgruppe des Kärntner Landeskriminalamts einvernommen worden.

Bei den laut AvW-Chef Wolfgang Auer von Welsbach verschwundenen Aktien im Wert von 28 Mio. Euro dürfte es sich laut Tomanek um RHI-Papiere handeln. Die 1 Mio. Stück Aktien seien aber nicht verschollen, sondern liegen nach wie vor auf einem Nostrokonto bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sagte der Jurist.

In der Sachverhaltsdarstellung der AvW, die bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt eingelangt ist, werden laut Tomanek nicht nur Vorwürfe gegen den angezeigten Ex-Prokuristen, sondern auch gegen Finanzinstitute erhoben. Namentlich erwähnt seien die Kapitalbank, die LBBW, das Brokerhaus RRS sowie die Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien. Diese hätten, so die Sachverhaltsdarstellung laut Tomanek, den AvW-Vorstand über Dispositionen informieren müssen.

Schaden auf 50 Mio. Euro beziffert
Wie das WirtschaftsBlatt unter Berufung auf den Anwalt des Beschuldigten berichtete, seien "sämtliche Dispositionen der Geschäftsleitung bekannt gewesen, da die gesamte Korrespondenz und der gesamte Verkehr über das Sekretariat der AvW abgewickelt wurden, auch die Kontoauszüge." Alles was der von AvW-Chef Wolfgang Auer von Welsbach angezeigte Prokurist gemacht habe, sei "im Rahmen seines Dienstvertrages" gewesen.

AvW-Vorstand Auer von Welsbach bezifferte den Schaden, der durch die Transaktionen des mittlerweile entlassenen Prokuristen entstanden sein soll, zuletzt auf 50 Mio. Euro.
(apa/red)