Ewiges Duell mit dem Nachbarn im Norden:
Cordoba wird auch in der Wirtschaft gespielt

FORMAT über die schwere Beziehung mit Deutschland Vergleich mit Nachbarland oft zu Österreichs Gunsten

Ewiges Duell mit dem Nachbarn im Norden:
Cordoba wird auch in der Wirtschaft gespielt © Bild: APA/EPA/Jensen

Es ist eine schwierige Beziehung: Geht es Deutschland gut, fühlen sich die Österreicher schnell minderwertig und blicken neidig auf das nördliche Wirtschaftswunder. Liest ein deutscher Politiker wie Finanzminister Peer Steinbrück der Alpenrepublik die Leviten, gehen die Wogen hoch wie sonst kaum. Hat Deutschland wirtschaftliche Probleme, sind die Österreicher um nachbarschaftliche Tipps nicht verlegen: „Steuern runter macht Österreich munter – und sicher auch Deutschland“, verriet etwa Exbundeskanzler Alfred Gusenbauer der „Bild“-Zeitung im Jahr 2007.

„Österreich ist immer noch das bessere Deutschland, wenn es um Finanz-, Wirtschafts- und Standortpolitik geht“, sagt der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser heute wie damals. Man solle Steinbrück nicht den Gefallen tun, ihn ernst zu nehmen: „Wir haben Grund zum Selbstbewusstsein und sollten ihn ignorieren.“ In der Tat: Auch wenn Österreich seine Rolle in der Welt gerne kleinredet, im Vergleich zu Deutschland stehen wir in vielen Bereichen sehr gut da.

Wie in Córdoba beim Fußball, so „besiegen“ wir Deutschland in vielen Kategorien auch wirtschaftlich: Wie ein 50-Punkte-Vergleich der zwei ungleichen Staaten zeigt. Die aktuellen Entwicklungen sind ebenfalls Beleg für unsere Aufholjagd: Österreicher wie Frank Stronach rittern um Opel, Österreicher wie die Familien Piëch und Porsche zimmern derzeit ein neues Autoimperium mit rotweiß-roten Wurzeln. Nur: Schwächelt der große Nachbar, unser wichtigster Handelspartner, schadet das Österreich. Vielleicht ist es ja die starke Abhängigkeit, die die Beziehung so kompliziert macht.

Silvia Jelincic, Miriam Koch

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