Evaluation des Gesetzes zum Kindergeld: Eltern wählen lieber die Langzeitvariante

Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung bleibt gering Männer bevorzugen vor allem die kürzeste Variante

Evaluation des Gesetzes zum Kindergeld: Eltern wählen lieber die Langzeitvariante © Bild: APA/Helmut Fohringer

Die Langzeitvariante ist beim Kindergeld nach wie vor die Beliebteste. Seit Einführung des "Kindergelds Neu" Anfang dieses Jahres haben 44.807 frischgebackene Eltern Kindergeld beantragt. Rund 66 Prozent (in absoluten Zahlen waren es 29.562) davon wählten die Variante 30+4 Monate. Insgesamt gibt es derzeit rund 168.000 Kindergeldbezieher.

Für das mittlere Modell von 20+4 Monaten optierten rund 24,7 Prozent (11.067 Personen). Für die Kurzeit-Form von 15+3 Monaten entschieden sich nur 9,3 Prozent (41.78 Personen).

Drei Optionen
Seit 1.1. 2008 gibt es die Möglichkeit zwischen drei verschiedenen Bezugsvarianten zu wählen. Erste Variante ist das Modell, das es bereits davor gab: 436 Euro monatlich über drei Jahre, davon 6 Monate der Partner (30+6). Zweite, neue Option: der Bezug von 800 Euro monatlich über 18 Monate, davon 3 Monate der Partner (15+3). Schließlich gibt es noch einen Mittelweg: 624 Euro monatlich über 24 Monate (davon vier der Partner).

Väterbeteiligung bleibt gering
Die Väterbeteiligung an der Kinderbetreuung ist nach wie vor gering, allerdings werden die Kurzzeitvarianten tendenziell von Männern mehr in Anspruch genommen als die langen. Von den 44.807 neuen Antragstellern, waren nur 739 bzw. 1,7 Prozent Männer. Beim Langzeitmodell liegt der Anteil bei einem Prozent, beim mittleren bei 1,8 Prozent und bei der Kurzzeitoption bei immerhin fünf Prozent. Eines der Ziele der Einführung der neuen Kindergeldmodelle war eine Erhöhung der Väterbeteiligung.

Als zusätzliche Variante könnte - je nach Regierungskonstellation - in der kommenden Legislaturperiode die Option eines einkommensabhängigen Kindergelds eingeführt werden. SPÖ und Grüne haben einen derartigen Vorstoß schon seit längerem gefordert. Im Wahlkampf hat sich die ÖVP ebenfalls für diese Maßnahme ausgesprochen.
(apa/red)