Europas Fußball ist umsatzstark wie nie:
Vereine nahmen 14,6 Milliarden Euro ein

Mehr als Hälfte allein durch fünf größte Ligen Europas Auch österreichische Bundesliga mit Zuwachsraten

Europas Fußball ist umsatzstark wie nie:
Vereine nahmen 14,6 Milliarden Euro ein © Bild: Reuters/Keogh

Der europäische Fußball ist in der EM-Saison 2007/08 in Österreich und der Schweiz mit einem Gesamtumsatz von 14,6 Mrd. Euro in neue Dimensionen vorgestoßen. Zu diesem Schluss kam eine von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchgeführte Studio über die Vereine des Kontinents. Für mehr als die Hälfte der Rekordsumme zeichneten die fünf größten Ligen (England, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich) verantwortlich. Es sind die Premier League, Bundesliga, Primera Division, Serie A und die Ligue 1.

Aber auch die österreichische Bundesliga verzeichnete demnach eine hohe Zuwachsrate und nehme eine deutlich positive Entwicklung, heiß es in einer Pressemitteilung: Mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 10 Prozent in den jüngsten fünf Jahren, das im Wesentlichen aus Sponsoring-Erlösen (83 Mio. Euro 2007/08) lukriert wurde, erzielte Österreichs Bundesliga einen ähnlich Anstieg wie die "Big 5".

Der Gesamtumsatz liege mit 139 Mio. Euro aber deutlich unter der Wirtschaftskraft der Top-Ligen. Die weltweite Finanzflaute verheißt für die Zukunft natürlich nicht das Beste. "Es ist zu befürchten, dass es zu einem Rückgang der Erlöse für österreichische Clubs kommen wird. Neben den Auswirkungen der Wirtschaftskrise wären dafür zwei weitere Faktoren zu nennen", sagte Thomas Kabler, Partner von Deloitte Österreich.

Viele Großunternehmen hätten in jüngerer Vergangenheit ihre "compliance guidelines", also ihre selbst auferlegten Regeln im Umgang mit Geschäftspartnern, verschärft. Weiters gelte seit 2008 das Anti-Korruptionsgesetz in Österreich, das das "Anfüttern" von Amtsträgern unter Strafe stelle. "Das schränkt konkret die Einladung von Geschäftspartnern sowie Amtsträgern zu hochpreisigen VIP-Packages ein - ein massiver Einnahmeentgang für die Vereine", glaubt Kabler.
(apa/red)