Europas Flugkonzern will es genau wissen:
EADS möchte sich US-Auftrag doch angeln

Verlängerung der Angebotsfrist wird beantragt Bericht über russische Bewerbung bloß eine Ente?

Europas Flugkonzern will es genau wissen:
EADS möchte sich US-Auftrag doch angeln © Bild: APA/EPA

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ersucht um eine Verlängerung der Bewerbungsfrist für den multimilliardenschweren US-Tankflugzeugauftrag. Der Nordamerika-Chef der Airbus-Mutter, Sean O'Keefe, sagte, sein Unternehmen habe um eine Ausweitung der Frist um etwa 90 Tage gebeten. Die bisherige Angebotsfrist läuft am 10. Mai aus. Sein Unternehmen rechne innerhalb der kommenden Tage mit einer Antwort des US-Verteidigungsministeriums, sagte O'Keefe.

Der EADS-Nordamerikachef bestätigte damit Angaben aus dem Pentagon. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte gesagt, dass EADS eine Verlängerung von 90 Tagen anstrebe. Die Ausschreibung ist bereits der dritte Antrag zur Vergabe des Auftrags zum Bau von zunächst 179 Tankflugzeugen im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar (37,1 Mrd. Euro). Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Nach einem Beschaffungsskandal war diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht worden.

Die Meldung vom russischen Tankflugzeug für die US-Luftwaffe entpuppt sich als Ente: Moskau verneint, bei der Ausschreibung für das "Jahrhundertgeschäft" der US-Air Force mitmachen zu wollen. "Das ist vollkommener Unsinn", sagte der Chef des staatlich kontrollierten russischen Luftfahrt-Konsortiums United Aircraft Corporation (UAC), Alexej Fjodorow, der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch über russische Medien liefen am Montag Dementi.

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, dass das Konsortium mit einem "kleinen US-Rüstungsunternehmen" zusammenarbeiten wolle, um eine umgebaute Version des Passagierflugzeugs Iljuschin-96 ins Rennen um den Auftrag der Air Force zu schicken. Neben einer namentlich nicht genannten Person führte die gewöhnlich gut unterrichtete US-Wirtschaftszeitung den Anwalt John Kirkland aus Los Angeles als Kronzeugen ins Feld. Dieser vertrete das Konsortium in den USA. Laut Kirkland sollten am Montag die Verträge für das Gemeinschaftsunternehmen unterschrieben werden.
(apa/red)