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Europa League: Salzburg gegen
Giurgiu als Duell der Milliardäre

Auch der rumänische Club gehört einem schwerreichen Unternehmer - Gercaliu warnt

Salzburg gegen Celtic. © Bild: GEPA pictures/ Felix Roittner

Der Aufstieg von Salzburgs Europa-League-Gruppengegner Astra Giurgiu (Donnerstag, 21.05 Uhr im LIVE-Ticker auf NEWS.AT) ist eng mit der Person Ioan Niculae verbunden. Der umstrittene Geschäftsmann hatte den Fußball-Club in den 90er Jahren übernommen. Bis dahin war der Traditionsverein als Astra Ploiesti bekannt, erst 2012 erfolgte der Umzug in die südlich von Bukarest gelegene Grenzstadt Giurgiu. Laut dem US-Magazin "Forbes" ist Niculae mit einem geschätzten Vermögen von rund 1,1 Milliarden Dollar (865 Mio. Euro) der reichste Mann Rumäniens.

Man könnte das EL-Spiel damit auch zu einem Duell der Milliardäre hochstilisieren. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hält als reichster Österreicher laut "Forbes"-Angaben bei einem Vermögen von 7,8 Mrd. Dollar (6,13 Mrd. Euro).

Niculae ist bei Astra aber ungleich stärker ins Tagesgeschäft involviert. Erst vergangene Woche wurde der 60-Jährige wegen einer verbalen Entgleisung gegenüber einem Schiedsrichter für sechs Monate von allen Tätigkeiten im Fußball gesperrt. Sein Vermögen hat Niculae im landwirtschaftlichen Bereich als Gründer des führenden Düngemittelherstellers Interagro gemacht.

Warnung von Rumänien-Experte Gercaliu

Der frühere Rumänien-Legionär Ronald Gercaliu hat Salzburg unterdessen davor gewarnt, Giurgiu zu unterschätzen. Dennoch hält der österreichische Ex-Teamspieler, der mittlerweile zu Aufsteiger Altach in die heimische Bundesliga zurückgekehrt ist, die Salzburger für den Favoriten. "Die Liga dort ist vom Fußballerischen her nicht schlecht. Aber was sie in Rumänien nicht mögen, ist Härte", erklärte Gercaliu im Gespräch mit der APA. Der 28-Jährige hatte in der vergangenen Saison ein halbes Jahr für Universitatea Cluj gespielt. Vizemeister Astra stellt er im spielerischen Bereich sogar über Titelverteidiger und Tabellenführer Steaua Bukarest.

Gercaliu
© GEPA pictures/ Oliver Lerch Gercaliu kennt die Rumänen aus eigener Erfahrung.

"Das ist keine Mannschaft, die sich gerne hinten hineinstellt. Sie spielen auch gerne Fußball, das könnte Salzburg entgegenkommen", meinte Gercaliu. "Salzburg hat ein höheres Niveau. Daher haben sie auch gute Chancen, dort zu gewinnen." Der Ex-Verteidiger der Bullen warnte aber vor allem vor dem bei Standards gefährlichen Astra-Kapitän Constantin Budescu. "Sie haben gute und auch erfahrene Spieler in ihren Reihen."

Viele Legionäre

Mit Junior Morais und William verfügt Astra über zwei starke Brasilianer. Die Stammformation besteht zu einem überwiegenden Teil aus Legionären - finanziert von Präsident Nicolae.

Nach Salzburg war Gercaliu im Jänner 2006 gekommen, nach Leihengagements bei Sturm und Austria war er mit den Bullen 2009 unter Co Adriaanse Meister. "Wir waren damals auch gut. Aber die jetzige Mannschaft ist vom Kader her besser als damals", meinte der 28-Jährige. "Jetzt sind mehr junge, hungrige Spieler dabei, mit mehr Dynamik. Auch die Spielphilosophie ist eine andere."

"Möglich ist alles"

Die Salzburger sind mittlerweile auch international darauf aus, mit ihrem Gegenpressing das Spiel zu bestimmen. Gercaliu traut ihnen trotz der neuerlich verpassten Qualifikation für die Champions League einiges zu. "Auch in der Europa League spielen gute Teams. Wenn man da weit kommt, ist das auch nicht irgendetwas. Sie können schon etwas erreichen, vielleicht sogar das Finale. Möglich ist alles im Fußball."

Er selbst bäckt mit Altach kleinere Brötchen. "Für uns wäre es unglaublich, irgendwann im Europacup zu spielen", sagte Gercaliu. "Zuerst ist es aber wichtig, uns einmal in der Bundesliga zu etablieren." Nach zehn Runden liegen die Vorarlberger auf dem vierten Tabellenplatz. Die ersten vier Spiele hatte Gercaliu verpasst. "Körperlich habe ich einen kleinen Rückstand gehabt. In Rumänien wird doch etwas anders trainiert." Auf die Physis werde weniger Wert gelegt.

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