Europa League von

Salzburg bezwingt
den BVB mit 2:1

Mt EL-Aufstiegschance

Europa League - Salzburg bezwingt
den BVB mit 2:1 © Bild: APA/HANS PUNZ

Salzburg darf auf ein historisches Weiterkommen in der Fußball-Europa-League hoffen. Am Donnerstag gewannen die "Bullen" das Achtelfinalhinspiel bei Borussia Dortmund sensationell mit 2:1 (0:0) und haben für das Heimrückspiel am kommenden Donnerstag gute Karten.

Salzburg darf auf ein historisches Weiterkommen in der Fußball-Europa-League hoffen. Am Donnerstag gewannen die "Bullen" das Achtelfinalhinspiel bei Borussia Dortmund sensationell mit 2:1 (0:0) und haben für das Heimrückspiel am kommenden Donnerstag gute Karten. Ein Doppelpack von Valon Berisha (49./Elfer, 56.) brachte den verdienten Erfolg gegen den enttäuschenden BVB von Coach Peter Stöger.

Auch Andre Schürrles Anschlusstreffer (62.) konnte den erst 14. Sieg einer österreichischen Truppe im 57. Duell mit einer Mannschaft aus der deutschen Bundesliga (ohne DDR) nicht verhindern. Auswärts war es überhaupt der erste rot-weiß-rote Triumph in (West-)Deutschland. Für die Salzburger, die im Sechzehntelfinale schon mit dem Erfolg über Real Sociedad für Aufsehen gesorgt hatten, wäre es der erste EL-Viertelfinaleinzug.

Salzburg ist nun bereits 31 Pflichtspiele ungeschlagen, von den vergangenen 18 Europacup-Partien ging keine verloren. Auf internationalem Rasen sind Alexander Walke und Co. zehn Auswärtsspiele unbesiegt. Trainer Marco Rose hat in seinen 43 Bewerbspartien weiterhin nur eine Niederlage zu Buche stehen.

Stögers Aufstellung bot kaum Überraschungen

Die Stimmung im Signal-Iduna-Park war zu Beginn nicht schlecht, für gewohnte Verhältnisse aber enttäuschend. Mit 53.700 Zuschauern verzeichnete die Arena nicht nur einen Saison-Minusrekord, sondern auch den schlechtesten Besuch seit Oktober 2010.

Stögers Aufstellung bot kaum Überraschungen, einzig der nicht fitte Rechtsverteidiger Lukas Piszczek wurde von Gonzalo Castro ersetzt. Auch Salzburg setzte auf sein Stammpersonal. Auffällig war nur die linke Ausrichtung von Xaver Schlager im Mittelfeld, wo Berisha vorerst zentraler agierte. Die "Bullen" überließen nach aggressivem Beginn den Hausherren mehr Spielanteile, verzichteten aber nicht auf schnelle Vorstöße nach vorne. Abgesehen von einem Hwang-Kopfball (28.) und einem Volley Diadie Samassekous (6.) jeweils neben das Tor brachte das zwar lange Zeit keine Chancen ein, umgekehrt kam aber auch Dortmund kaum zu nennenswerten Möglichkeiten.

Ein Schürrle-Volley aus zehn Metern relativ knapp über das Tor (6.) sowie ein Weitschuss von Mahmoud Dahoud (28.) blieben das einzig Zählbare, die Halbzeitpfiffe für die Hausherren kamen nach einer schwachen Vorstellung nicht überraschend. Zudem wäre Salzburg kurz vor der Pause noch in Führung gegangen. Die erste Doppelchance durch Hwang und Dabbur aus kurzer Distanz vereitelte erst Goalie Roman Bürki, ehe Marcel Schmelzer vor der Linie rettete (40.). Minuten später hämmerte Hwang den von Ömer Toprak abgefälschten Ball aus fast 20 Metern an die Stange (45.+1).

Es war so gesehen auch keine Überraschung, dass es bald nach Wiederbeginn tatsächlich 1:0 für die Gäste stand. Toprak hatte Hwang an der Strafraumgrenze von hinten zu Fall gebracht, Berisha den Elfer souverän verwertet. Auch in den folgenden Minuten fanden die Deutschen gegen die weiterhin aggressiven Salzburger keine Antworten, die Gäste hingegen präsentierten sich eiskalt. Im inzwischen starken Regen schickte Schlager nach einem Ballgewinn im Mittelfeld Stefan Lainer seitlich auf die Reise, der wiederum legte zurück zu auf Berisha, gegen dessen Hammer unter die Latte Bürki chancenlos war.

Es war ein weiterer Weckruf für die Borussia, die nun stärker auf den Anschlusstreffer drängte und durch Schürrle, der den Ball nach einer Flanke im Heranspringen über die Linie drückte, belohnt wurde. Viel mehr Gefahr kam von den Deutschen aber auch im Finish nicht mehr. Schürrle (75.) und der völlig frei stehende Sokratis mit einem schlechten Kopfball (81.) vergaben die besten Möglichkeiten. Auch Salzburg fand im Konter durch Fredrik Gulbrandsen (75.) und Takumi Minamino (79.) noch Chancen vor

Meinungen zum Spiel zwischen Borussia Dortmund und Salzburg

Peter Stöger (Dortmund-Trainer): "Die Enttäuschung ist nicht wahnsinnig groß, weil wir heute einfach nicht gut genug waren. Wir haben nicht alles abgerufen. Es war nicht genug von dem Spirit da, der den Europapokal ausmacht. Der Elfmeter war außerhalb, beim zweiten Tor war vorher ein klares Foulspiel. Salzburg hat uns immer wieder vor Probleme gestellt, dennoch war es nicht notwendig, hier zu verlieren. Mit so einer Leistung wird es (im Rückspiel) zu wenig sein. Wenn man Dortmund kennt, weiß man aber, dass wir auch auswärts überall gewinnen können."

»Dass wir das zu Hause zulassen, ist ein No-Go«

Marcel Schmelzer (Dortmund-Torschütze): "Dass wir das zu Hause zulassen, ist ein No-Go. Vor dem 0:2 war es ein Foul an mir. Wir müssen im Rückspiel einiges gutmachen."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wir haben ein Gegentor bekommen, da hätten wir besser verteidigen können. Aber sonst haben wir viel richtig gemacht und ein gutes Ergebnis für das Rückspiel geholt. Wir haben taktisch anders angefangen, hatten da zu wenig Automatismen. Dann sind wir wieder zurück Raute, dann hatten die Jungs das im Griff. Wir sind unseren Prinzipien treu geblieben, haben nach vorne verteidigt. Es ist jetzt erst Halbzeit, es ist noch nichts passiert. Es ist ein gutes Ergebnis, aber auch ein gefährliches. Wenn wir anfangen zu verwalten, wird diese Mannschaft uns bestrafen."

» Wir mussten gut verteidigen, um dieses Spiel zu gewinnen«

Valon Berisha (Doppeltorschütze Salzburg): "Es war ein gutes Spiel von uns, aber man hat gesehen, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind. Sie haben viel Klasse. Aber wir haben gut dagegen gehalten, hier ein sehr gutes Ergebnis geholt. Ich freue mich für die Mannschaft. Mit einem guten Heimspiel kommen wir vielleicht weiter. Das war nur der erste Schritt, ich will jetzt nicht feiern. Wir mussten gut verteidigen, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir sind eine gute Mannschaft, arbeiten sehr hart im Kollektiv. Das zeichnet uns aus."

Andre Ramalho (Salzburg-Verteidiger): "Unglaublich, was wir heute geleistet haben. Wir sind 90 Minuten gelaufen, haben gekämpft und gespielt. Es war meiner Meinung nach ein verdienter Sieg. Aber wir müssen aufpassen, es gibt noch ein Rückspiel. Es warten noch 90 Minuten, wo wir noch so eine Leistung auf dem Platz bringen müssen. Aber wir werden auch bereit sein."

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