Europa-League-Qualifikation von

Rapid glaubt an die Chance

1:2-Niederlage gegen PAOK lässt Rapid im Rückspiel alle Möglichkeiten offen

Europa-League-Qualifikation - Rapid glaubt an die Chance © Bild: GEPA/Bollwein

Im Schatten der schweren Ausschreitungen im Toumba-Stadion von Thessaloniki ist am Donnerstag auch noch ein Fußballmatch ausgetragen worden - und das mit einem für Rapid halbwegs zufriedenstellenden Ausgang. Das 1:2 im Play-off-Hinspiel der Europa League gegen PAOK Saloniki lässt die Hütteldorfer für das Rückspiel in einer Woche im Hanappi-Stadion hoffen.

Bei einer konsequenteren Chancenauswertung der Griechen wäre Rapids Teilnahme an der Gruppenphase schon vor der Retourpartie in unerreichbarer Ferne gewesen. Allerdings trauerte Trainer Peter Schöttel auch einer besseren Ausgangsposition nach. Schließlich führte Rapid durch ein Alar-Tor (25.) bis zur 69. Minute mit 1:0, das zweite Gegentor (83.) wurde zudem in Überzahl kassiert.

"Ergebnis lässt alle Möglichkeiten offen"
"PAOK ist der verdiente Sieger, war eindeutig stärker. Wir sind gegen den Spielverlauf in Führung gegangen, hätten aber auch nicht verlieren müssen", erklärte Schöttel. Die Chancen auf das dritte Antreten in der Europa-League-Gruppenphase (zuvor 2009 und 2010) seien nach wie vor intakt. "Dieses Ergebnis lässt uns alle Möglichkeiten offen, auch wenn PAOK eine richtig gute Mannschaft hat. Wir müssen in Wien einen sehr guten Tag erwischen."

Ein Auftritt wie in Griechenland wäre für den Aufstieg definitiv zu wenig, weiß auch Schöttel. "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen - einerseits, weil der Gegner stark war, andererseits, weil wir die Vorfälle zuvor nicht einfach wegwischen konnten. Wir waren nicht so frei und haben uns nicht so viel zugetraut. Die Spieler waren von dieser Situation sicher beeindruckt", meinte der 45-Jährige und wies in diesem Zusammenhang auf die Unerfahrenheit vieler seiner Akteure hin.

Stärker dank einprägsamer Erfahrung
Die Erlebnisse im Toumba-Stadion, das auch die "schwarze Hölle" genannt wird, könnten aber sogar positive Auswirkungen auf seine Mannschaft haben, vermutete Schöttel. Immerhin waren seine Kicker danach um eine einprägsame Erfahrung reicher. "Das sind sehr intensiv geführte Spiele auf internationalem Niveau. So eine Partie werden sie sicher lange nicht vergessen, so wie die zwei kuriosen Spiele gegen Novi Sad."

Gegen die Serben erwies sich Deni Alar mit zwei Treffern als Matchwinner, auch sein Tor in Thessaloniki könnte noch Goldes wert sein. Der frühere Kapfenberger brachte Rapid auf sehenswerte Art und Weise in Führung und gab damit bereits im vierten Spiel en suite seine Visitenkarte ab. "Er war immer schon sehr talentiert, jetzt hat er auch Selbstvertrauen. Ich hoffe, dass es bei ihm so weitergeht", sagte Schöttel.

Die Gründe für die Hochform von Alar sind laut Rapid-Coach auf psychologischer Ebene zu suchen. "Es spielt sich eben viel im Kopf ab. Im Moment nützt er einfach jede Chance." Für Alar ist die aktuelle Treffersicherheit fast schon rätselhaft. "Ich trainiere jetzt auch nicht anders als vorher. Doch wenn man einen Lauf hat, passieren Tore, die man sich selbst nicht ganz erklären kann", sagte der Stürmer.

"Wir glauben an unsere Chance"
Das Selbstbewusstsein von Alar wurde offensichtlich, als er über die Chancen fürs Rückspiel sprach. "Es wird sehr schwierig, aber ich bin mir sicher, dass wir es mit den Fans im Rücken schaffen können." Sein Kapitän Steffen Hofmann gab sich ebenfalls zuversichtlich. "Es war kein schlechtes Spiel von uns, das einzig Enttäuschende war das zweite Gegentor. Das 1:2 ist für uns nicht das beste, aber auch nicht das schlechteste Ergebnis. Wir glauben an unsere Chance", betonte der Deutsche.

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