Europa-League-Play-Off von

Austria-Spionage in Rumänien

Austria-Co-Trainer Josef Michorl beobachtete den nächsten Gegner Gaz Metan Medias

Europa-League-Play-Off - Austria-Spionage in Rumänien © Bild: GEPA/Ort

Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen. Josef Michorl, der Co-Trainer des FK Austria Wien, war am Wochenende in Rumänien unterwegs, um CS Gaz Metan Medias, den Gegner in der vierten und letzten Runde der Qualifikation zur Fußball-Europa-League, unter die Lupe zu nehmen. "Medias ist im Kollektiv stärker als Olimpija Laibach, die Slowenen hatten mehr individuelle Klasse. Von der Spielanlage sind die zwei Mannschaft aber nicht zu vergleichen", berichtete Michorl nach seinem Abstecher nach Siebenbürgen. Am Donnerstag um 19.00 Uhr (LIVE im NEWS.AT-Ticker) startet das Hinspiel in der Generali Arena.

Dort hatte er in der dritten Runde der rumänischen Meisterschaft den Gegner im Stadion des EL-Rückspiels gegen CFR Cluj 2:0 siegen gesehen. Medias spielt ein auf Konter ausgerichtetes 4-5-1-System, wobei Taher Bawab die Solospitze gibt. "Er ist ein sehr guter Stürmer, ein Schlitzohr, das mit allen Wassern gewaschen ist", erzählte Michorl über den Jordanier, der während seiner Nachwuchskarriere für die B-Teams von Real Madrid und FC Barcelona gekickt hatte.

Aufgefallen war dem Assistenten des violetten Feldherrn Karl Daxbacher auch noch der starke Tormann Razvan Plesca, die sehr gute Defensive, die kaum Torchancen zulässt, und die Gefahr, die durch Standardsituationen ausgeht. "Die Rumänen haben ihre jüngsten vier Tore alle aus Standards erzielt, wobei der groß gewachsene Innenverteidiger Ciprian Petre sowie Crisitan Todea mit nach vorne gehen", berichtete Michorl.

Michorl glaubt an die Chance
"Und wir dürfen die Organisation nicht verlieren. Durch die Mitte ist es schwer, ihnen ein Tor zu schießen. Wir müssen daher über die Flanken kommen", meinte der 45-Jährige, der der Meinung ist, dass Geduld erforderlich sei. Man dürfe Medias nicht unterschätzen, die Elf verdiene Respekt, man müsse mit Vorsicht an die Aufgabe herangehen. Immerhin kommt der Gegner jetzt mit einem Erfolgserlebnis gegen eine Mannschaft, die in der vorigen Saison in der Gruppenphase der Champions League mitgewirkt hat.

"Wenn wir zweimal unsere Leistung abrufen, dann besitzen wir eine Chance", glaubt Michorl, der mit seinem Chef Daxbacher anhand von vier DVDs (je zwei gegen FSV Mainz 05 und aus der Liga) die Mannschaft auf die Rumänien einstimmt. Am Montag hatten Roland Linz und Co. so wie vor dem Heimspiel gegen Olimpija einen freien Tag. Sicher ausfallen wird Alex Grünwald (gesperrt). Tomas Jun (zwickt der Muskel) und Marin Leovac (Gesäßmuskel) sind mehr oder weniger fraglich.

Die unbekannten Rumänen
Gaz Metan Medias ist in unseren Breiten erst seit ein Begriff, seit der Verein den FSV Mainz 05 aus der Europa-League-Quali gekickt hat. Lediglich von 1947 bis 1949 und im Jahr 2000 spielten die Rumänen in der obersten Liga des Landes. 2008 stieg man wieder auf und hielt die Klasse nur, weil ein anderer Club durch einen Zwangsabstieg bestraft wurde. Das Heimspiel gegen die Austria wird im etwa 100 km entfernten Cluj stattfinden, das eigenen Stadion entspricht nicht den UEFA-Standards.