Europa League von

Pasching in Portugal

Tomann Berger glaubt an kleine Chance gegen brasilianischen Satellitenklub Estoril

Hans-Peter Berger, FC Pasching © Bild: GEPA/Simonlehner

Für Paschings Schlussmann Hans-Peter Berger ist das Gastspiel bei Estoril Praia am Donnerstag (21:30 MESZ) eine Rückkehr in die "zweite Heimat". Geschenke erwartet sich der ehemalige Portugal-Legionär im Play-off-Hinspiel der Europa League deswegen freilich keine. "Wir sind klarer Außenseiter, aber es wird eine hochinteressante Partie", sagte Berger vor dem Duell des Regionalligisten mit dem Fünften der abgelaufenen Saison in Portugals Oberhaus.

"Eine schöne Vergangenheit, viele Freunde - ich freue mich riesig", erklärte der Salzburger am Tag vor dem Abflug Richtung Portugal. Die Reise ins mondäne Seebad westlich von Lissabon ist für ihn alles andere denn ein Trip ins Ungewisse. Denn der 31-Jährige, der vor Pasching u.a. bei der Admira, in Portugal und bei der SV Ried das Tor hütete, hat bereits lokale Quellen angezapft.

"Spieler von enormer Qualität"

"Ich habe drei Videos von meinem damaligen Tormanntrainer bekommen und habe auch mit dem Sportdirektor von Estoril, Mario Branco, gesprochen. Der war damals in Leixoes mein Sportdirektor." Die Quintessenz: "Ein Satellitenclub einer brasilianischen Agentur mit Spielern von enormer Qualität. Technisch top und physisch sehr stark. Wir müssen da sicherlich mit österreichischer Kampfkraft dagegenhalten."

Tatsächlich gelangte Estoril nach finanziellen Turbulenzen 2009 in den Einflussbereich von "Traffic Sports Marketing", das inzwischen als Mehrheitseigentümer agiert. Von Brasilien aus tritt die Gruppe u.a. als Sportvermarkter und Rechtehändler auf und sucht den Wert seiner Spieler zu steigern, die dafür etwa bei Vereinen wie Estoril platziert werden. Auch Ex-Austria-Coach Günter Kronsteiner ist inzwischen im Traffic-Imperium beheimatet, coacht seit Juli den ehemaligen MLS-Club und nunmehrigen US-Zweitligisten Fort Lauderdale Strikers.

"Müssen die Kirche im Dorf lassen"

Bergers Hoffnungen, im 8.000er-Stadion von Estoril für eine Überraschung zu sorgen, wurden nicht zuletzt von seinem Bruder Markus genährt. Der spielt derzeit für Tschornomorez Odessa in der Ukraine, war zwischen 2007 und 2012 aber ebenfalls in Portugal für Academica Coimbra aktiv. "'Wenn ihr einen super Tag habt's, könnt's ihr die biegen', hat er mir am Telefon gesagt, kurz nachdem die Kugel gezogen war", sagte Hans-Peter Berger. Doch er bleibt realistisch: "Wir haben sicher eine kleine Chance, aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen."

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