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Nix zu holen für Sturm

Gäste vom RSC Anderlecht sind beim 0:2 in Graz eine Klasse zu stark

Europa League - Nix zu holen für Sturm © Bild: GEPA/Riedler

Sturm Graz hat in der Europa League im Aufstiegsrennen einen großen Rückschlag erlitten. Die Steirer verloren in der mit 14.297 Zuschauern fast ausverkauften UPC-Arena im dritten Spiel der Gruppe L gegen den Favoriten RSC Anderlecht verdient mit 0:2 (0:0).

Die Belgier stehen nach dem neunten Pflichtspielsieg in Folge schon mit einem Bein in der nächsten Runde, die Grazer liegen hinter Lok Moskau und vor dem punktelosen Team von AEK Athen auf Rang drei. Die Steirer hielten die über weite Strecken schwache Partie lange Zeit offen, individuelle Fehler kosteten sie aber einen Punktgewinn. Guillaume Gillet (66.) und Europa-League-Toptorschütze Matias Suarez (75.) sorgten für die Entscheidung zugunsten der Gäste. Aufseiten der Grazer sah Thomas Burgstaller in der 67. Minute die Gelb-Rote Karte.

Stürmer Roman Kienast und Andreas Hölzl, die beim 3:3 in der Meisterschaft am Sonntag in Mattersburg nach der Pause ihr Comeback gegeben hatten, standen noch nicht in der Startformation. Coach Franco Foda hatte Darko Bodul an vorderster Front sowie dem quirligen Florian Kainz links im Mittelfeld den Vorzug gegeben. Zudem durfte sich doch etwas überraschend Christian Klem für den nicht ganz fitten Giorgi Popchadse links in der Viererkette versuchen.

Belgiens Rekordmeister spielerisch unterlegen
Die Grazer versuchten auf nassem Rasen wie angekündigt mitzuspielen, sich nicht nur zu verstecken, waren Belgiens Rekordmeister aber spielerisch unterlegen. Anderlecht war ballsicherer, kombinierte besser, kam aber auch nicht wirklich gefährlich vor das Tor von Sturm-Goalie Silvije Cavlina und schien sich vor allem mit dem Remis zu begnügen. Zweimal wurden sie zumindest halbwegs gefährlich, ein Schuss von Mbokani ging drüber (27.), zudem hatte Cavlina mit einem Suarez-Versuch keine Mühe (28.).

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie etwas mehr an Fahrt auf. Ein Kopftor von Mbokani wurde vom irischen Schiedsrichter Alan Kelly zurecht aberkannt, da Sturmpartner Suarez passiv im Abseits gestanden war (53.). Die Grazer versuchten es mit Schüssen von Weber (54.) und Bodul (57.) aus der zweiten Reihe, die Anderlecht-Tormann Proto aber nur wenig Mühe bereiteten. Bei der besten Chance der Heimischen rettete nach einem Kainz-Stanglpass Safari Millimeter vor dem aus kurzer Distanz einschussbereiten Ehrenreich (63.).

Gegentor und Ausschluss
Die vergebene Möglichkeit rächte sich prompt, aufgrund eines Fehlers von Cavlina. Der Sturm-Tormann konnte nach einem Mbokani-Querpass und einem Zweikampf von Burgstaller mit Jovanovic den Ball nicht festhalten, Gillet schaltete am Schnellsten und traf genau ins Eck (66.). Eine Minute später sah der schwache Burgstaller nach einem Foulspiel auch noch völlig zurecht die Ampelkarte, damit war die Partie für die Grazer gelaufen.

Und die Belgier taten noch etwas fürs Torverhältnis. Nach Idealzuspiel von Mbokani umspielte Suarez Goalie Cavlina und traf ohne Mühe zum 2:0 (75.). Für den Argentinier war es bereits der fünfte Treffer in der laufenden Gruppenphase.

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Ich bin sehr enttäuscht. In der ersten Hälfte waren wir taktisch sehr gut, haben auch Chancen gehabt. Die Chancen für den Gegner hat es nur durch unsere Fehler gegeben. Zur Pause habe ich den Spielern gesagt, dass sie ruhiger spielen sollen, das ist ihnen in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte auch besser gelungen. Dann sind wir aus dem Nichts in Rückstand geraten, durch einen unnötigen Auswurffehler des Tormanns. Dann war noch das unnötige Frustfoul von Burgstaller, das hat meine taktischen Pläne (Anm.: Kienast zu bringen und mehr Risiko zu gehen) durchkreuzt. Danach war das Spiel gelaufen. Den Aufstieg haben wir noch nicht abgeschrieben, in den letzten drei Spielen gibt es noch neun Punkte zu holen."

Mario Haas (Sturm-Graz-Stürmer): "Der Unterschied war, dass Anderlecht unseren ersten Fehler sofort bestraft hat, wir waren aber nicht so kaltschnäuzig, die Fehler von Anderlecht auszunützen."

Ferdinand Feldhofer (Sturm-Graz-Abwehrspieler): "Wir haben es verabsäumt, das 1:0 zu machen, wäre uns das gelungen, hätte es ganz anders ausgeschaut. Aber da fehlt uns die individuelle Klasse, die Anderlecht hat."

Ariel Jacobs (Anderlecht-Trainer): "Es ist unser dritter Sieg in Folge, ich bin sehr zufrieden und erstaunt über den Tabellenstand. Wir können jetzt schon im nächsten Spiel den Aufstieg fixieren. In der ersten Hälfte waren wir defensiv nicht so gut, aber wir haben Sturm wenige Chancen gelassen. Wie so oft im Fußball haben wir die Tore genau dann geschossen, wie es für Sturm am besten gelaufen ist. Das war entscheidend."

SK Sturm Graz - RSC Anderlecht 0:2 (0:0).
Graz, UPC-Arena, 14.297 Zuschauer, SR Alan Kelly (IRL).

Tore:
0:1 (66.) Gillet
0:2 (75.) Suarez

Sturm Graz: Cavlina - Ehrenreich, Dudic, Burgstaller, Klem - P. Wolf (79. Hölzl), Weber, Säumel, Kainz (69. Feldhofer) - Bodul (65. Haas), Szabics

Anderlecht: Proto - Wasilewski, Kouyate, Juhasz, Safari - Gillet, Kljestan, Biglia (80. Marecek), Jovanovic - Suarez (86. Fernando), Mbokani (89. De Sutter)

Gelb-Rote Karte: Burgstaller (67./Foul)
Gelbe Karten: Dudic bzw. Suarez, Biglia