Fussball von

Europa League: Der Aufstiegstraum
für St. Pölten und Grödig lebt noch

Knappe Niederlagen für ÖFB-Vertreter, doch die Entscheidung fällt erst in einer Woche

Tomi klatscht gegen Zimbru Chisinau © Bild: GEPA pictures/ Mathias Mandl

Nach einem klassischen Selbstfaller steht Grödig in der Europa League vor einer schwierigen Aufgabe. Gegen Zimbru Chisinau verloren die Salzburger aufgrund eklatanter Patzer 1:2. Am Donnerstag soll in der moldawischen Hauptstadt dennoch die Wende geschafft werden. Selbiges hat auch der SKN St. Pölten vor, der in Eindhoven Top-Club PSV nur 0:1 unterlag.

SV Grödig - Zimbru Chisinau 1:2

"Ich habe gleich in der Kabine gesagt, die Chancen sind noch aufrecht", wollte Trainer Michael Baur nach der ersten Europacup-Niederlage eines österreichischen Vertreters gegen einen Verein aus Moldawien nicht Schwarzmalen. Nach dem Missverständnis zwischen Simon Handle und Torhüter Cican Stankovic beim zweiten Gegentor schien die Ausgangslage denkbar schlecht.

Eine Einzelaktion von Tomi in der 89. Minute ließ die Chancen der Grödiger aber noch am Leben. Erst danach waren die Salzburger plötzlich am Drücker. "Jedes Tor zählt und mit etwas Glück schießen wir noch ein zweites", meinte Philipp Huspek. Für den Flügelspieler war klar: "Wir haben schon gezeigt, dass wir auswärts Tore schießen können."

Martschinko im EL-Spiel Grödig gegen Zimbru
© GEPA pictures/ Mathias Mandl Christoph Martschinko und seine Kollegen fielen zuhause um

Belgrader Triumph gibt Selbstvertrauen

Ans 4:0 bei Cukaricki Belgrad in der zweiten Quali-Runde erinnerte auch Mittelfeldmann Timo Brauer. "Wir haben auch in Serbien vier Tore gemacht. Fußballerisch sind wir besser als der Gegner", betonte der Deutsche. Dazu muss aber Zimbrus in Salzburg schnörkellos agierende Abwehr geknackt werden. Die physisch robusten Moldawier hatten mit ihrer Defensivtaktik bereits ZSKA Sofia (1:1/a, 0:0/h) ausgeschaltet. Auch vor heimischer Kulisse wird sich der nationale Cupsieger nicht herauslocken lassen.

Positiv stimmt die Grödiger immerhin, dass man in der Schlussphase etwas frischer wirkte. "Den Moldawiern sind die Kräfte geschwunden, wir haben noch welche mobilisiert. Das stimmt mich zuversichtlich", sagte Baur, den vor allem die Vorstellung seiner Elf in der ersten Spielhälfte ärgerte. Die hohe Fehlpassquote und wenig Bewegung monierte der Tiroler, der die spielerischen Vorteile trotzdem bei seinem Team sieht.

PSV Eindhoven - SKN St. Pölten 1:0

St. Pölten darf weiter von der ganz großen Europacup-Sensation träumen. Die "Wölfe" wahrten mit der 0:1-Niederlage im Drittrunden-Hinspiel bei PSV Eindhoven ihre Chance auf den Einzug in die Playoff-Runde. Im Rückspiel am Donnerstag soll nun laut Trainer Herbert Gager in der NV Arena "das fast Unmögliche möglich" gemacht werden.

Segovia im Spiel Eindhoven gegen St. Pölten
© GEPA pictures/ Walter Luger Die Chancen für Dani Segovia und Co. sind intakt

"Kompliment an meine Spieler für die gezeigte Leistung. Ich bin wirklich stolz auf die Mannschaft. Jetzt ist sehr viel möglich für uns. Wir werden im Rückspiel alles raushauen", versprach der Ex-Austria-Coach nach der neuerlich respektablen Vorstellung auf internationalem Rasen. "Die PSV-Spieler haben keine Idee gehabt, wie sie uns ausspielen können. Ich hätte nicht gedacht, dass der SKN St. Pölten so mit PSV Eindhoven mithalten kann."

Kein Klassenunterschied zu merken

In der Tat war gegen den Vierten der abgelaufenen niederländischen Meisterschaft nichts von einem Klassenunterschied zu bemerken, obwohl der ehemalige Meistercup- und UEFA-Cup-Sieger mit Ausnahme seiner drei WM-Spieler Memphis Depay, Georginio Wijnaldum und Santiago Arias in Bestbesetzung angetreten war. Nicht nur in der Verteidigung stand der Erste-Liga-Tabellenführer sehr sicher, sondern deutete mehrmals auch in der Offensive seine Gefährlichkeit an.

"Bei 0:0 hatten wir zwei super herausgespielte Chancen, solche habe ich von PSV in der ersten Hälfte nicht gesehen. Wir hätten uns ein Remis verdient", sagte Gager. PSV-Coach Philip Cocu sprach indes von einem "sehr, sehr schweren Spiel gegen einen kompakten, taktisch sehr gut eingestellten Gegner. Wir haben kein Mittel dagegen gefunden, weil wir zu langsam nach vorne gespielt haben. Dazu war auch unser Positionsspiel nicht gut, vor allem in der ersten Hälfte. Ich bin enttäuscht."

Rückspiel vor vollem Haus?

Für St. Pöltens Mittelfeldantreiber Konstantin Kerschbaumer war es dagegen eine "Superpartie und Supererfahrung. Ich freue mich schon auf das Rückspiel", betonte der 22-Jährige. Dieses wird wohl in einer mit 8.000 Zuschauer ausverkauften Arena stattfinden, denn schon bis Donnerstag waren 4.100 Karten abgesetzt worden. "Wenn das Stadion nicht ausverkauft ist, dann kenn' ich mich nicht mehr aus", meinte Gager abschließend.

Kommentare