Europa soll jetzt im Gasstreit vermitteln:
EU soll Transit durch Ukraine kontrollieren

Kiew wiederum fordert einen politischen Beistand Für Europa bestimmtes Öl soll angezapft worden sein

Europa soll jetzt im Gasstreit vermitteln:
EU soll Transit durch Ukraine kontrollieren © Bild: Reuters/Konstantin Chernichkin

In Streit um Gaslieferungen wünschen sich nun der russische Konzern Gazprom sowie die ukrainische Regierung EU-Unterstützung. Gazprom hat die Union aufgefordert, den Gas-Transit durch die Ukraine zu überwachen. Die Ukraine wiederum hat die EU um Beistand gebeten, da sonst die Regierung in Moskau irgendwann auch gegenüber Westeuropa ihre Haltung verschärfen könnte, wie es von Regierungsseite hieß.

Der russische Staatskonzern Gazprom wirft der Ukraine vor, am 3. Jänner 50 Millionen Kubikmeter Gas abgezapft oder zurückgehalten zu haben, das für Westeuropa bestimmt war. Nach anderen Quellen sollen in den vergangenen 24 Stunden 25 Millionen Kubikmeter abgezapft worden sein.

Bitte um Kontrolle
Da der ukrainische Staatskonzern Naftogaz Gazprom nicht selbst eine Überwachung erlaube, habe Gazprom einen Brief an die Europäische Kommission mit der Bitte um eine unabhängige Kontrolle gerichtet, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow am Sonntag im russischen Fernsehen. Gleichzeitig versprach der Konzern, sein Liefervolumen zu erhöhen, um die Verluste in der Ukraine zu kompensieren.

In den vergangenen Tagen war die Gasliefermenge in einigen osteuropäischen Staaten teilweise um bis zu 30 Prozent zurückgegangen. Am Sonntag lag die Gasliefermenge in Tschechien um fünf Prozent niedriger, so Martin Chalupsky, Sprecher von RWE Transgas. Auch aus Polen, Rumänien, Ungarn und der Türkei gab es Meldungen, wonach aus Russland weniger Erdgas geliefert werde. In Österreich war hingegen auch am Sonntag keine Verringerung der Anlieferung von russischem Erdgas zu verzeichnen, sagte ein OMV-Sprecher am Nachmittag auf Anfrage der APA.

Gazprom hatte am Neujahrsmorgen seine Lieferungen an die Ukraine eingestellt, da sich beide Länder nicht über einen neuen Vertrag und die Begleichung von Schulden einigen konnten. Durch die Ukraine fließen 80 Prozent des russischen Gases, das nach Westeuropa gehen soll.
(apa/red)