Löw: Fokus auf Brasilien

Deutschland wartet nach Wembley-Erfolg gespannt auf WM-Auslosung

von Joachim Löw © Bild: imago sportfotodienst/Action Pictures

Deutschlands Teamchef Joachim Löw richtete seinen Fokus nach dem 1:0 in London bereits auf Brasilien. "Nach der Auslosung nimmt das Ganze wahre Gestalt an", erklärte der frühere Tirol- und Austria-Trainer. "Dann wird diese WM noch konkreter." Österreichs Quali-Gruppengegner hat sich in die Rolle des Mitfavoriten gespielt. "Das Jahr ist gut gelaufen", sagte Löw nach neun Siegen in zwölf Partien.

Jener in Wembley war besonders prestigeträchtig, Abwehrchef Per Mertesacker stellte ihn per Kopf sicher. Sein eingewechselter Nebenmann Mats Hummels dagegen verletzte sich am Fersenbein und fällt bis Jänner aus. Deutschland präsentierte sich allerdings in der Breite sehr gut aufgestellt. Auch ohne geschonte Stars wie Torhüter Manuel Neuer, Kapitän Philipp Lahm oder Regisseur Mesut Özil blieb man zum sechsten Mal in Serie in London ungeschlagen.

England schmerzt Fluch-Verlängerung

England schmerzt die Verlängerung des "Wembley-Fluchs". Den bisher letzten Heimsieg gegen Deutschland gab es 1975, also vor 38 Jahren. Von den Fans setzte es Pfiffe, von der Presse Spott. "Zwei Niederlagen in fünf Tagen, besonders die zweite gegen ein deutsches B-Team, kann man wohl kaum als eine Verstärkung der Moral ansehen", urteilte die Boulevardzeitung "Daily Mirror". Gegen Chile hatte es am Freitag bereits ein 0:2 gesetzt.

Erstmals seit 1977 kassierten die "Three Lions" zwei Heimniederlagen in Serie. Teamchef Roy Hodgson will deswegen aber nicht in Panik verfallen. "Ich denke nicht daran, dass zwei Testspielniederlagen, bei denen ich viel experimentiert habe, den Glanz eines sehr guten Jahres verblassen lassen sollen", meinte der 66-Jährige, der die Engländer zwar lange Zittern gelassen, sie letztendlich aber ohne Niederlage durch die WM-Qualifikation geführt hatte.

Keine Niederlage für Holländer

Das ganze Kalenderjahr ohne Niederlage schlossen die Niederländer ab. Das torlose Remis gegen Kolumbien mussten sie sich in Unterzahl aber erkämpfen. "Ich bin trotzdem zufrieden", versicherte Teamchef Louis van Gaal. Die Oranjes waren wie beim 2:2 gegen Japan ohne Kapitän Robin van Persie angetreten, verloren zudem Rafael van der Vaart. Der HSV-Spielmacher zog sich eine Knöchelverletzung zu.

Spanier nach Blamage

Auch einige Spanier sind nicht heil von der Blamage in Südafrika nach Hause zurückgekehrt. Barcelona-Torhüter Victor Valdes dürfte sich einen Muskelfaserriss zugezogen haben, auch Teamkollege Xavi erlitt eine Oberschenkelverletzung. Es sei eine der schwächsten Leistungen der jüngeren Vergangenheit gewesen, gestand Teamchef Vicente del Bosque nach dem 0:1. "Wir haben diese Niederlage verdient."

Ausgerechnet am Ort ihres WM-Triumphes von 2010 konnten die Spanier wenig von dem anbieten, was sie in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hatte. An der Einstellung sei es nicht gelegen, betonte Del Bosque, der seinen Vertrag erst vergangene Woche bis zur EM 2016 verlängert hat. "Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen", betonte der 62-Jährige. "Südafrika ist immer besser geworden." Für die WM ist der Gastgeber von 2010 nicht qualifiziert.

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