Eurokrise von

Faymann kritisiert Merkels Plan

Gegen Abwarten: Kanzler zeigt Sympathien für Vorschläge von Tsipras

Bundeskanzler Werner Faymann mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Bild: APA/Andy Wenzel/BKA

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) geht weiter auf Distanz zu seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel. Die Bekämpfung der Wirtschaftskrise in Europa "scheitert an Angela Merkels Plan des Abwartens", sagte Faymann im "Kurier" (Sonntagsausgabe). Zugleich äußerte er Verständnis für die Reformpläne des griechischen Premiers Alexis Tsipras, den er am Montag in Wien empfängt.

"Es ist ihm ein großes Anliegen, Korruption und Steuerbetrug zu bekämpfen. Das ist logischer als zu sagen, man muss kürzen und in der Krise privatisieren", sagte Faymann mit Blick auf den griechischen Linkspolitiker. Zwar sei er nicht dafür, dass man den Griechen "Geld schenkt", doch unterstützte er "Verhandlungen über technische Kreditkonditionen, damit das Land künftig mehr Spielraum hat, um aus der Krise zu kommen".

Faymann: Thema Arbeitslosigkeit vernachlässigt

Der Kanzler kritisierte, dass die Arbeitslosigkeit "von der EU zu wenig entschlossen bekämpft wird". Alles, was die deutsche Kanzlerin Merkel unterstütze, sei "ein wenig verspätet". Faymann erinnerte daran, dass im Jahr 2008 entschlossen gegen die Finanzkrise gekämpft worden sei, weil ein Zusammenbruch des Bankensystems gedroht habe. "Seit es aber "nur" um die Arbeitslosigkeit geht, schaut es so aus, als hätten wir genügend Zeit. Wir haben aber keine Zeit."

Die EU solle einen konkreten Maßnahmenkatalog ausarbeiten, darunter die Bekämpfung des Steuerbetrugs, "vermögensgerechte Steuern für Millionäre, gemeinsame Bonds, Anleihen für Forschung und Bildung". Dies scheitere bisher an Merkel. "Sie wartet, was ihr vorgelegt wird." Dabei unterschätze Deutschland die mittelfristig negativen Auswirkungen des Kaufkraftverlusts. "Würde Deutschland offensiver agieren, wäre dies auch für Österreich ideal, etwa für die Auto-Zulieferindustrie."

Kommentare

was ist denn mit dem feigmann los? hat er ein achterl zu viel erwischt? der hat doch das erste mal in seiner politikerlaufbahn eine eigene meinung (zumindest lt. news). na das kann was werden, wenn die merkel hustet kniet er wieder unterm tisch

christian95 melden

Was kann Merkel was Faymann nicht schafft?
Niedrigere Arbeitslosen, höheres Wirtschaftswachstum, kein Staatsdefizit....
Merkel hätte mehr Grund Faymann zu kritisieren.

higgs70
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Weil die Deutschen es geschafft haben ein Billiglohnland zu werden, Arbeitslose unter Schmarotzerverdacht und damit ruhigzustellen und die Jugendlichen nicht mehr auszubilden-die rittern dort schon um Lehrstellen-und Frau Merkel tatsächlich den Spagat geschafft hat, dass die, die nichts im eigenen Taschel haben glauben, es ginge Ihnen gut, weil die Konzerne satt exportieren und Gewinne machen.
In Österreich ist man barocker, lügt sich nicht so sehr in die Tasche aber versuchts herbeizusingen, komm Aufschwung, komm. Nur Glaube und Wille, Wunsch und positives Lebensgefühl mögen vielleicht Berge versetzen, aber an Strukturproblemen scheiterns allemal.

Mittlerweile ist man ja bescheiden geworden, was Spitzenpolitiker betrifft, da freut man sich schon, wenn die bei öffentlichen Auftritten nicht der Länge nach aufs Gesicht schlagen, aber Angela die schwäbische Hausfrau Merkel würd ich bei aller Bescheidenheit trotzdem nicht wollen, nicht ums Verrecken.

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