Eurofighter sorgt für Koalitions-Hick Hack: Rapid bringt Kalina & Lopatka zum Streiten

Volkspartei wirft Sozialdemokraten Heuchelei vor Rote sprechen nun von schwarzen "Schmutzkübeln"

Die Diskussion um die Eurofighter lässt den Haussegen in der Koalition wieder einmal ein wenig schief hängen. Nachdem Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gemeint hatte, unter der alten Regierung habe eine "Verlotterung der Sitten" Einzug gehalten und sich damit den Zorn führender ÖVP-Granden zuzog, gerieten sich auch Sportsstaatssekretär Reinhold Lopatka und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina wegen Unterstützungszahlungen des Jet-Herstellers EADS an den Fußballklub Rapid in die Haare.

Auslöser für das jüngste Gezänk war der Kanzler selbst, der der alten Regierung vorgehalten hatte, dass das "Unrechtsbewusstsein völlig verloren gegangen" wäre. Der Aufforderung von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Umweltminister Josef Pröll und ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon, sich dafür zu entschuldigen, wies der Kanzler in der ORF-Sendung "Im Zentrum" strikt zurück.

Sein Vize und designierter ÖVP-Chef Wilhelm Molterer machte ebendort Teile der SPÖ dafür verantwortlich, dass man mit der Regierungsarbeit noch nicht ganz so weit sei wie eigentlich möglich. Namentlich nannte er SPÖ-Klubobmann Josef Cap als Übeltäter.

Kalina ortet "Schmutzkübeln"
Lopatka unterstrich dann die Haltung seines Chefs und sprach von "bestimmten Gruppen" innerhalb der SPÖ, die die gemeinsame Arbeit torpedieren würden. Dies rief wiederum SP-Mann Kalina auf den Plan, der dem ehemaligen schwarzen Generalsekretär vorwarf, "in alter Manier" zum "Schmutzkübel" zu greifen. Dieser werde sich aber wie schon bei der vergangenen Wahl "nach hinten ergießen".

Einer "künstlich hergestellte Verbindung" zwischen dem Fußballklub Rapid und der Anschaffung von "überteuerten Kampfflugzeugen" sei "blanker Unsinn", wetterte Kalina. Lopatka hatte gemeint, die Jugendförderung beim Fußballklub Rapid durch EADS hätte die "Heuchelei der SPÖ entlarvt".

Der Grund dafür: Präsident des Sportklubs ist Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger. Dieser hatte eine Klage gegen die ÖVP-Abgeordnete Maria Fekter in den Raum gestellt, nachdem sie von "erstmaligen direkten Zahlungen von EADS an einen hochrangigen Politiker" gesprochen hatte.

(apa/red)